Schramberg - Rechtzeitig zu Heiligabend konnte die Evakuierung von Gebäuden am Burgweg sowie die Sperrung des Schlossbergtunnels aufgehoben werden, die Bewohner das Weihnachtsfest zu Hause verbringen.

Die Vorsichts-Maßnahmen waren notwendig gewesen, weil der plötzliche Abgang von zwei Schlamm- und Gerölllawinen mit einem Volumen von insgesamt etwa 800 Kubikmeter oberhalb dieser Gebäude drohte.

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Bereits am Freitag konnte die lose Masse etwa 150 Höhenmeter oberhalb des Burgwegs abgetragen werden. Am Samstag wurde mit einem Schreitbagger Schlamm, Geröll und Holz, das sich im Bereich hinter dem Gasthaus "Schöne Aussicht" am Burgweg abgelagert hatte, bearbeitet.

Vor allem am Sonntag konnten lose Gesteinsbrocken im Hang gesichert und zerkleinert werden. Am Abend wurde dann auch der Schlammpfropf hinter der "Schönen Aussicht" durch das Herausziehen von mitgerissenen Bäumen entfernt und ein freier Ablauf für das Hangwasser geschaffen.

Damit bestand nach Ansicht des des Geologen des Regierungspräsidiums Freiburg, der am Montag auch nochmals vor Ort war, keine Gefahr mehr für die drei gesperrten Gebäude am Burgweg. Darüber hinaus konnte Oberbürgermeister Thomas Herzog auch am Montag um 13 Uhr die Zufahrt zum Schlossbergtunnel wieder frei geben. Zuvor noch waren zehn Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Einsatz, um den Burgweg erneut von Schlamm und Geröll zu befreien. Dieser ist nach der gründlichen Reinigung mit Muskelkraft, Baggern und Walze wieder befahrbar und auch die Aufgänge zur Schönen Aussicht und den Nachbarhäusern bieten wieder eine schöne Ansicht. Nur in den Gärten hinter den Anwesen zeugen rote Schlammreste von dem Geschehen nach dem Erdrutsch in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche.

Nachdem auch das Oberwolfacher Forsttechnische Unternehmen Faist seinen Rückeschlepper nach getaner Arbeit an Heiligabend wieder aus dem Hangbereich – am 120 Meter langen Seil gesichert – zurückziehen konnte, hat David Puertolas-Alcade vom Wolfacher Spezialunternehmen Sachtleben am ersten Weihnachtstag im Alleingang mit seinem Schreitbagger den steilen Berghang über der Tunneleinfahrt von oben nach unten noch aufgefüllt und modelliert.

Das war nicht ganz einfach, denn "der Hang ist extrem steil und der Boden stark durchnässt", begutachtete der Schreitbaggerpilot sein Werk. Große Erdmassen seien bewegt und in Rinnen neu angelegt worden, über die das Wasser wieder kontrolliert ablaufen könne.

Ohne die Hilfe durch den schweren Vollernter, in dessen Seilen der Bagger gesichert im Geröll hing, hätte die Arbeit nicht so schnell und sicher ablaufen können. Der Bagger liege zwar auf seinen vier weit ausfahrbaren Rädern mit zusätzlichen Krallen sehr stabil auch in schwierigem Gelände; aber in den starken Seilen der Motorwinde an dem Vollernter könne er sich auf die Arbeit vor der Kabine konzentrieren, "auch wenn ich mir dabei den Boden abgrabe". So ganz sacht verläuft das Leben für David Puertolas-Alcade bei Sachtleben aus Wolfach halt nicht. Auf den modellierten Hang am Burgweg muss allerdings erst wieder Gras wachsen. Die Trinkschokolade am Feiertagmorgen hatte sich der Schreitbaggerpilot redlich verdient.

Nach wie vor warnt die Stadtverwaltung davor, die Wald- und Wanderwege im Bereich des Absturzes zu benutzen. In Teilen sind die Wege abgerutscht oder so beschädigt, dass sie nicht mehr gefahrlos genutzt werden können. Dies gilt besonders für den Holzabfuhrweg, an dessen Hangkante der Ausgangspunkt der Rutschungen lag. Dieser Bereich bleibt nach wie vor gesperrt. Abschließend gilt der Dank der Stadtverwaltung

Besonders bedankte sich Herzog namens der Stadt bei allen beteiligen Behörden, Firmen sowie dem Technischen Hilfswerk. Ohne deren außerordentlichen Einsatz wäre es sicher nicht möglich gewesen, die Evakuierung und die Tunnelsperrung an Heiligabend aufzuheben.