Schopfloch - Ein historisches Ereignis war gestern die Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung Schopfloch. Der Streckenabschnitt zwischen Horb und Freudenstadt ist ein wichtiger Teilabschnitt der Bundesstraße 28a.Rund 200 Kinder der Grund- und Werkrealschule Schopfloch waren bei der Freigabe des Projekts dabei und ließen zum feierlichen Anlass Luftballons aufsteigen.

Zur Verkehrsfreigabe waren auch Vereinsvertreter, Kindergarten, Gewerbetreibende und Bürger gekommen. Die Homag-Band und eine Schülerband umrahmten den Festakt. Gebet und Segen sprach Pfarrrer Cornelius Kuttler. Nach der Freigabe durch Andreas Scheurer, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, sowie Ministerialdirigent Gert Klaiber, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur der Landes Baden-Württemberg, startete ein großer Konvoi, angeführt von den Ehrengästen die von Motorrädern eskortiert wurden, zur ersten Fahrt auf der neuen Straße.

Beim obligatorischen Durchschneiden des Bandes zur Freigabe waren Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, Landtagsabgeordneter Norbert Beck, Europaabgeordneter Michael Theurer, und als strahlender Hausherr Bürgermeister Klaas Klaassen zur Stelle. Unter den vielen Ehrengästen waren auch die Oberbürgermeister aus Freudenstadt, Julian Osswald, und Horb, Peter Rosenberger.

Nach fast fünfjähriger Bauzeit wurde die Ortsumgehung Schopfloch jetzt noch vor dem eigentlich auf Frühjahr 2013 geplanten Termin fertig. Wie mehrfach betont wurde, konnte der Kostenplan unterschritten werden.

13. 000 Kraftfahrzeugen pro Tag

"Mit dem Neubau der Ortsumgehung Schopfloch wird heute ein weiterer Baustein für eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur im Nordschwarzwald geschaffen", stellte der parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheurer fest und überbrachte Grüße seines Staatssekretärskollegen Hans-Joachim Fuchtel. Scheurer nannte eine für 2020 prognostizierte Verkehrsbelastung von 13 000 Kraftfahrzeugen pro Tag, die durch den Bau der Umgehungsstraße um Schopfloch herum geführt werden können. "Das bedeutet weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Unfälle", so Scheurer.

Die Gesamtkosten der 3,1 Kilometer langen Ortsdurchfahrt betragen insgesamt 10,5 Millionen Euro, wobei 2,3 Millionen Euro auf eine Grünbrücke entfallen. "Ein Projekt mit dem wir in jeder Hinsicht zufrieden sein können" sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressel mit Blick auf die frühere Fertigstellung und den um eine Million Euro günstigeren Kosten.

Zur Grünbrücke informierte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl in ihrem Grußwort, dass diese als bauliche Besonderheit gelte, da sie als erste Grünbrücke unter Federführung ihres Hauses gebaut wurde. Bei den Tierarten, die hier durch diese Brücke geschützt werden sollen handle es sich vor allem um Rebhühner, Nattern und Laufkäfer.

Die Ortsumgehung Schopfloch ist ein Baustein der geplanten Bundesstraßenverbindung zwischen Freudenstadt und Horb. Die B28a soll den Raum Freudenstadt mit der A 81 verbinden. Doch noch klaffen Lücken in der Anbindung.

Große Freude gab es vor allem bei Bürgermeister Klaas Klaassen: "Die Ortsumfahrung, für die wir viele Jahre gekämpft und auf die wir so lange gewartet haben, wird unsere Gemeinde nachhaltig und dauerhaft entlasten." Für Bund und Land dürfe dies allerdings nicht das Ende der Bemühungen für einen bedarfsgerechten Anschluss des westlichen Kreisgebiets an die Bodenseeautobahn bedeuten, mahnte er.

Nach dem Festakt bei der Grünbrücke wurde die Straßenfreigabe bei einem Stehempfang im Rathaus und im Gemeindehaus weiter gefeiert.