Von Uwe Ade

Schopfloch. Weitere Windräder könnten im Bereich der großen Windkraftanlage bei Oberiflingen entstehen. Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass dieses Gebiet als Vorrangfläche in den Teilflächen- nutzungsplan Windkraft aufgenommen werden soll.

Details zu den für Windkraft geeigneten Gebieten hatte Thomas Grözinger vom beauftragten Empfinger Büro Gfrörer im Vorfeld ausführlich vorgestellt. Er wies darauf hin, dass sich das Gebiet bei Oberiflingen auch anbiete, da durch das bestehende große Windrad bereits eine gewisse Infrastruktur vorhanden sei.

Als "Umweltgemeinde" schade es nicht, wenn man die eine oder andere Windkraftanlage habe, sagte Bürgermeister Klaas Klaassen. Auch ihm sei der Schutz der Landschaft wichtig, doch denke er, dass die Ausweisung im Bereich Oberiflingen vertretbar sei. Von der Bevölkerung sei die Sache akzeptiert, ergänzte Klaassen mit Blick darauf, dass es gegen das bestehende Windrad keine Widerstände gegeben habe. Auch Oberiflingens Ortsvorsteher Andreas Zeller war nichts Gegenteiliges bekannt. Er könne sich in dem Gebiet weitere Anlagen vorstellen: "Irgendwo muss der Strom ja herkommen", sagte Zeller.

Wichtig war dem Gemeinderat, dass die Grenze von 700 Metern zur Ortslage von Oberiflingen eingehalten wird. Unteriflingens Ortsvorsteher Hermann Schwizler mahnte an, dass zudem wegen des Eiswurfs ein Abstand zu Wegen eingehalten wird: "Das ist der meist genutzte Spazierweg im Bereich Oberiflingen und Unteriflingen."

Die geeignete Fläche an der Gemarkungsgrenze zu Dornstetten beim auf Dornstetter Gemarkung bestehenden Windrad am Martinsbühl wurde aus dem Vorranggebiet herausgenommen – auch auf Bitte aus Dornstetten wegen eventueller Gewerbeausweitung. "Man sollte sich nicht mit Dornstetten querlegen", fand Gemeinderat Helmut Kugler, während sich Johannes Müller eher wegen des Landschaftsbilds dafür aussprach, diese Fläche wegzulassen. Auf Anfrage aus dem Gremium informierte Kämmerer Heiko Meixner, dass es sich beim betroffenen Gebiet im Gewann Birkenwald um Dornstetter Wald auf Schopflocher Markung handle.

Weitere potenzielle Anlagenstandorte im Gebiet des Verbands befinden sich laut der Zusammenstellung von Thomas Grözinger in Waldachtal nördlich von Salzstetten und südlich von Tumlingen. Der Gemeinderat Waldachtal wird sich in einer nächsten Sitzung ebenfalls mit dem Thema befassen.

Der Empfehlungsbeschluss des Schopflocher Gemeinderats wird am 5. Dezember bei der Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Dornstetten, dem Dornstetten, Schopfloch, Glatten und Waldachtal angehören, aufgearbeitet. Dort soll der Entwurf des Teilflächennutzungsplans Windkraft beschlossen werden. Grundlage sind dabei die Empfehlungsbeschlüsse aus den Gemeinderäten der vier betroffenen Gemeinden.