Schopfloch Schopfloch und Glatten erwägen Gemeinschaftsschule
Schwarzwälder-Bote, 11.07.2012 23:23 Uhr
Der Schopflocher Schule stehen möglicherweise Veränderungen ins Haus. Foto: AdeFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Dirk Haier
Schopfloch/Glatten. In Schopfloch und Glatten werden Überlegungen über eine Gemeinschaftsschule angestellt. "Wir machen uns Gedanken darüber, ob wir diesen Weg beschreiten sollten", bestätigte Bürgermeister Klaas Klaassen gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Der Antrag sei aber noch nicht gestellt.
Noch befinden sich die Überlegungen in einem frühen Stadium. Die Idee sei von Seiten der Schule gekommen, und die Gemeinde habe den Ball aufgegriffen, erklärt der Bürgermeister. Bei einer gemeinsamen Klausurtagung am heutigen Donnerstag wollen sich die Gemeinderäte von Schopfloch und Glatten erst einmal über das Thema Gemeinschaftsschule informieren. Zwischen beiden Gemeinden besteht seit fünf Jahren eine vertraglich vereinbarte Schulpartnerschaft.
Ein Antrag beim Kultusministerium für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ist an das Einreichen mehrerer Dokumente geknüpft. Dazu gehören ein entsprechendes pädagogisches Konzept, ein Gemeinderatsbeschluss, die Zustimmung der Schulkonferenz sowie Fragen nach der Raumsituation der Schule und dem Einzugsgebiet, aus dem die Schüler kommen sollen.
Klaassen hat sich nach eigener Aussage bereits intensiv mit dem Thema Gemeinschaftsschule beschäftigt: "Die pädagogischen Ansätze sind interessant." Und das pädagogische Profil der Schopflocher Schule lasse es durchaus zu, über eine Gemeinschaftsschule nachzudenken. "Pädagogisch braucht sich unsere Schule nicht zu verstecken." Zudem habe man mit dem Ganztagsbetrieb seit Jahren eine Art Alleinstellungsmerkmal in der Region. Wichtig ist dem Schopflocher Bürgermeister, mit offenen Karten zu spielen: "Wir möchten die Nachbarn einladen, mit uns darüber nachzudenken, ob die Gemeinschaftsschule eine Ergänzung sein könnte." Deshalb habe er seine Kollegen in den Rathäusern von Dornstetten, Waldachtal und Horb auch bereits über die Gedankenspiele in Schopfloch und Glatten informiert. Klaassen verweist auf die seit kurzem bestehende Kooperation mit der Werkrealschule Dornstetten: Nun könne man gemeinsam darüber nachdenken, eine Gemeinschaftsschule in die bestehende Palette von Schulangeboten im Gemeindeverwaltungsverband Dornstetten zu integrieren.
Dies könnte frühestens im Schuljahr 2013/14 der Fall sein. Sollte die Einrichtung bei Eltern, Gemeinderäten und Nachbargemeinden schon bald auf Zustimmung stoßen, müsste der Antrag bis zum 1. Oktober gestellt werden. Auf einen Startzeitpunkt als Ziel will sich Klaassen nicht festlegen und stattdessen den Prozess des Nachdenkens "behutsam", in enger Abstimmung mit dem Partner Glatten und via "Kommunikation auf allen Ebenen" angehen. Eines steht für ihn jedoch fest: Sollte die Gemeinschaftsschule kommen, habe dies "mit Sicherheit bauliche Konsequenzen" – welche genau, sei noch nicht klar. Vielleicht stehe der Umbau auch nicht gleich zu Beginn an. Schließlich fange die Gemeinschaftsschule ja in der fünften Klasse an und werde Jahr für Jahr ausgebaut.


