Von Uwe Ade

Schopfloch. Ein weiterer Schritt Richtung Gemeinschaftsschule in Schopfloch ist getan. Einmütig stand der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung hinter der angestrebten Einrichtung und befürwortete den bereits beim Schulamt eingereichten Antrag.Ausführlich hatte im Vorfeld der Konrektor der Grund- und Werkrealschule Schopfloch Tobias Hörnlen den von ihm erarbeiteten Antrag zum Konzept der Ganztagsschule in Schopfloch erläutert. Bürgermeister Klaas Klaassen betonte, dass man schon viele Jahre an der Zukunftsfähigkeit der Schule in Schopfloch, die Glatter Nachbarschaftsschule ist, arbeite, und interpretierte den jetzt gestellten Antrag zur Gemeinschaftsschule als konsequenten Schritt.

Klaassen informierte, dass man von Seiten der Schulverwaltung die Anregung bekommen habe, eine Gemeinschaftslösung mit den umliegenden Kommunen anzustreben. Da hier jedoch keine Einigkeit erzielt werden konnte, müsse der Antrag in Schulträgerschaft der Gemeinde Schopfloch gestellt werden. Im Vertrag wird jedoch festgehalten, dass man Offenheit signalisiere und bereit sei, Kompetenzen der Schulträgerschaft auf einen gemeinsamen Verband zu übertragen. Klaassen unterstrich, dass eine Verbandslösung, in der die Gemeinschaftsschule auf mehrere kommunale Schultern verteilt werde, anzustreben und vorzuziehen sei. Klappe das nicht, bedeute dies, dass Schopfloch baulich entsprechend einsteigen und Geld in die Hand nehmen müsse, so der Bürgermeister. Er rechne mit einem Volumen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro.

Ohne Anbaulösung könnten vorerst zwei Fünfer-Klassen gestaltet werden. Danach wäre die Realisierung eines Anbaus für zwei Sechser-Klassen dran. Dieser könnte an dem bestehenden, vor vier Jahren erstellten Anbau angegliedert werden. Ein weiterer Anbau sei später dennoch notwendig.

Der stellvertretende Schulleiter Matthias Hörnlen stellte die im Antrag aufgeführten Ziele der Gemeinschaftsschule vor. Auf der Agenda: individuellerer, auf den Schüler abgestimmter Unterricht. Die Schüler sollen zum Hauptschulabschluss oder zum vollwertigen Realschulabschluss hin begleitet werden. Bei Mittlerer Reife können die Kinder danach auf ein berufliches oder ein allgemeinbildendes Gymnasium wechseln. Das heißt aber auch: Wird dieser Weg eingeschlagen, muss bei den Wahlfächern spätestens ab Klasse 7 als zweite Fremdsprache Französisch dazu genommen werden. Zwei Modelle, die von Schüler- und Lehrerzahlen abhängig sind, sind möglich. Aufgrund des gebundenen Ganztagsbetriebs und dem Wegfall der Hausaufgaben sei eine höhere Chancengleichheit geboten, so Hörnlen.

Beantragt wird die Einführung der Gemeinschaftsschule für die Primar- und die Sekundarstufe von Klasse 1 bis 10. In der Sekundarstufe soll die Gantztagsbetreuung verbindlich an drei Nachmittagen eingeführt werden, an der Primarstufe (Grundschule) soll die offene Betreuungsform an vier Nachmittagen bestehen bleiben.

Hörnlen wies darauf hin, dass es wichtig sei, genügend Schüler zu bekommen. Bis Mitte, Ende Dezember könnte man vom Schulamt einen vorläufigen Bescheid bekommen, der wohl vorbehaltlich der Schülerzahlen – es müssten mindestens 40 Anmeldungen für die fünfte Klasse zusammenkommen – ausgestellt werde. Nach der Anmeldung an den weiterführenden Schulen im kommenden Frühjahr wisse man dann mehr. Dann werde auch vom Kultusministerium eine endgültige Entscheidung getroffen. Bei positivem Bescheid könne man im Sommer 2013 als Gemeinschaftsschule starten.

Schulleiter Hans Schmidt dankte dem Gremium für den Entschluss, und Bürgermeister Klaassen wies darauf hin, dass die Schule in nächster Zeit zu einem Informationstag einladen werde.