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Schopfloch Das Oberiflinger Riesen-Windrad steht

Uwe Ade, vom 13.01.2012 12:51 Uhr
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Das Windrad der EnBW bei Oberiflingen ist kurz vor der Fertigstellung. Am Mittwoch wurde mit dem Sternzug die Nabe mit den Rotorblättern angebaut. Foto: Ade
Das Windrad der EnBW bei Oberiflingen ist kurz vor der Fertigstellung. Am Mittwoch wurde mit dem Sternzug die Nabe mit den Rotorblättern angebaut. Foto: Ade

Schopfloch-Oberiflingen - Das Mega-Windrad bei Oberiflingen steht. Am Mittwochnachmittag wurde der sogenannte Stern nach oben gezogen und am Generator vor dem Maschinenhaus angebracht.

»Dieser Sternzug ist das Spannendste beim Bau solch einer Anlage«, sagte Sven Degenhardt, Bauleiter der EnBW Erneuerbare Energien GmbH in Stuttgart, der zusammen mit einem EnBW-Team und zahlreichen Zuschauern die Montage des Rotors verfolgte.

Anspruchsvoll seien dabei vor allem das Kippen der Nabe bei ausreichender Höhe und am Schluss das exakte Anbringen des Rotors am Generator, der vorne am Maschinenhaus sitzt. Der über 150 Meter hohe Kran zog den am Boden mit den Flügeln zusammengebauten Rotor nach oben. »Die Monteure oben sind meine Augen«, erklärte Kranfahrer Thomas Wehring, der über Funk vom Montageteam Anweisungen für das passgenaue Anbringen erhielt.

Jeder Flügel ist zirka 38 Meter lang, der Rotordurchmesser liegt bei 82 Metern. Die drei Flügel und die Nabe wiegen zusammen um die 60 Tonnen. Ein Flügel wiegt rund 8,5 Tonnen. Am Tag zuvor war der 54 Tonnen schwere Generator am Maschinenhaus (16,5 Tonnen) angebracht worden.

Der Bau der höchsten Windkraftanlage im Nordschwarzwald mit einer Nabenhöhe von 138 Metern ist damit kurz vor der Fertigstellung. Die Enercon-Anlage vom Typ E-82 E2 mit einer Leistung von zwei Megawatt soll noch diesen Monat in Betrieb gehen. »Es war eine schwierige Jahreszeit, um eine Anlage mit solch einer Höhe zu errichten«, sagte Sven Degenhardt. Beim Bau habe man wegen des Wetters extrem flexibel reagieren und Subunternehmer gegebenenfalls umdisponieren müssen.

Am 12. November wurde der Kran aufgestellt. Doch schon davor gab es laut Degenhardt viel zu tun. Nach verschiedenen Planungsschritten und der Auswahl des Standorts wurde eine Ertragsprognose vorgenommen. Dann folgte der Bau des Wegs, mit dem die Infrastruktur für die Anlieferung der Windradteile geschaffen wurde. Anschließend wurde das Fundament gesetzt. Parallel wurden die Kabel verlegt, damit der später gewonnene Strom auch ins Netz eingespeist werden kann.

Noch im alten Jahr wurde der Betonturm mit 21 Segmenten und einem Stahlring gesetzt. Auf diesen Turm kamen zwei jeweils fast 30 Meter hohe Stahlsektionen, auf die wiederum in dieser Woche das Maschinenhaus mit der Elektrik montiert wurde. Vorne am Maschinenhaus ist der Generator angebracht. »Diese Enercon-Windkraftanlagen sind ohne Getriebe und Kupplung, deshalb sind sie sehr leise«, informierte Aufbauleiter Timo Fricke.

Vor dem Maschinenhaus, auch Gondel genannt, befindet sich der Generator der direkt mit der Rotornabe verbunden ist. Im Turm ist ein Aufzug für Kontroll- und Wartungsarbeiten eingebaut. Dieser führt fast ganz nach oben. Das letzte Stück geht über eine Leiter ins Maschinenhaus. Zusätzlich zum Aufzug führt eine Steigleiter ins Maschinenhaus. Laut Betreiber deckt die Anlage den Strombedarf von 1180 Haushalten und vermindert den CO2-Ausstoß um 3200 Tonnen im Jahr.

Kommentare (1)
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MRZ
10
15:39 Uhr, geschrieben von Horst Welsch
Prinzip Hoffnung
Es ist immer faszinierend, wenn bei der Errichtung von Windkraftanlagen die Abdeckung des Strombedarfs von X Haushalten in Aussicht gestellt wird. Greifen wir das Rechenbeispiel von Schopfloch auf: 1180 Haushalte haben bei einem Individualverbrauch von 3500 KWh/J einen Gesamtverbrauch von 4,13 MWh/Jahr. Die installierte EnerconAnlage hat eine Leistung von 2 MW. Damit ergibt sich die errechnete Volllastverfügbarkeit von (4,13/2) = 2065 Stunden. Das wurde bislang in BW noch nie erreicht, weil der Wind fehlt. Realistisch und bestenfalls sind es 1500 h ( damit 25% mehr als in Simmersfeld erzielt werden!). Bezieht man nun die 1500h auf das gesamte Jahr mit 8760 h, so müssen die zu bemitleidenden 1180 Haushalte an 7260 h des Jahres hoffen, daß sie Strom aus einer anderen Quelle erhalten. Das kann man auch plakativ ausdrücken: Montags um 0:00 Uhr startet der Windstrom und am Dienstag um 5:00 in der Früh ist die Windherrlichkeit dann vorbei. Wozu die Rechnung? Um den Initiatoren der Rechenmodelle plakativ zu zeigen, welchen Unsinn sie propagieren.
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