Schonach. Anfang September startete der Schonacher Pfarrgemeinderat die große Spendenaktion für das sanierungsbedürftige Pfarrzentrum. Nun liegt drei Monate später das Ergebnis auf dem Tisch. Bisher wurden rund 31 000 Euro gespendet. 26 000 Euro wurden überwiesen und die restlichen 5000 Euro waren Holzspenden.Emilian Kienzler hatte mehr als 20 Waldbauern besucht und um eine Holzspende gebeten. "Fast alle haben fürs Pfarrzentrum Bäume gefällt", sagt der Gemeindehofbauer. Da aber das Holz nicht für das Gemeindezentrum verwendet werden kann, wurde es an die Sägerei Rombach auf dem Rensberg geliefert. Der Besitzer Herbert Rombach überwies das Geld auf das Spendenkonto der Pfarrei. Kienzler zeigt sich überrascht und erfreut über die große Hilfsbereitschaft der Bauernfamilien, da diese doch selber nicht im Überfluss leben.

"Ich kann es kaum fassen, dass in so kurzer Zeit so viel Geld gespendet wurde", sagt auch Gerald Sandner, Schriftführer und Pressesprecher des Pfarrgemeinderats, gegenüber dem Schwarzwälder Boten. Er ist von den großen Spenden genauso beeindruckt als auch von den kleinen. "Da wurden sogar viele Beträge von fünf oder zehn Euro überwiesen", weiß der Pressesprecher. Er ist überzeugt davon, dass sich manche Spender die Hilfe fürs Pfarrzentrum am Mund abgespart haben.

"Wir haben auch einen Dankesbrief geschrieben und an alle Sponsoren verschickt", erläutert Sandner. Und denen, die auf der Überweisung vermerkt haben, dass sie eine Spendenbescheinigung fürs Finanzamt brauchen, wird eine solche vom Pfarramt zugeschickt.

Bewusst wurde damals in alle Briefkästen des Dorfes und der Außenbezirke ein Bettelbrief eingeworfen. "Wir haben uns nicht nur auf die Katholiken beschränkt, weil das Pfarrzentrum ein Haus für alle ist", betont das Pfarrgemeinderatsmitglied. Es sei viel Arbeit damals gewesen, aber zahlreiche Helfer schwärmten in alle Himmelsrichtungen aus und füllten die Briefkästen. Insgesamt gingen 1700 Briefe mit Überweisungsträger an alle Haushaltungen. Zusätzlich wurden noch viele heimische Firmen besucht. "Die meisten haben uns Geld überwiesen und für das kommende Jahr noch mehr versprochen", weiß Sandner. Die Unternehmen und Banken hatten ihr Spendendeputat für 2012 schon ausgeschöpft und darum aufs nächste Jahr verwiesen.

Im Moment könne man noch nicht mit der Sanierung und der Dämmung der Außenwand beginnen, weil zum einen der Winter Einkehr gefunden hat, beziehungsweise weil man für Arbeiten in dieser Größe einen Antrag an das bischöfliche Bauamt in Freiburg stellen muss. Doch im Frühjahr sollen laut Sandner die Baumaßnahmen in Angriff genommen werden. Außerdem will der Pfarrgemeinderat wie bisher viel Eigenarbeit leisten. "Wer dabei seine Arbeitskraft miteinbringen will, ist jederzeit willkommen", so Sandner. "Die Spendenaktion war ein Riesenerfolg. Doch muss allen klar sein, dass dies nur ein Anfang ist. Ein 35 Jahre altes Haus ist nun mal im Herbst seines Lebens angekommen. So werden auch künftig energetische Sanierungen anfallen, um die Kosten des Energieverbrauchs zu minimieren", so Sandner.