Schonach Neuen Mitarbeitern Heimat geboten

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Freude über eine großartige Anerkennung herrscht beim Betriebsratsvorsitzenden Andreas Hör, der Abteilung "Human Ressources" mit Iris Schorpp, Ilona Gebhard und Silke Burger, Geschäftsführer Thomas Burger und Bürgermeister Jörg Frey. Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Seit Jahrzehnten habe sich die Burger-Gruppe für die Integration ausländischer Mitarbeiter stark eingebracht, betonte Geschäftsführer Thomas Burger anlässlich der Verleihung des Industriepreises im Wettbewerb "Deutschland – Land der Ideen".

Schonach. Verliehen wurde der Preis für das Projekt "Burger-Care", ein Integrationsprogramm für ausländische Fachkräfte, im Rahmen des Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen". Seit mehr als 50 Jahren bemüht sich das Unternehmen, ausländische Mitarbeiter zu integrieren. Waren es in den 1960er Jahren die damaligen Gastarbeiter, kamen in den Endachtzigern die neuen Bundesländer als neue Herausforderung hinzu, zählte der Geschäftsführer auf. Im Zuge der Erweiterung der Europäischen Union kamen Menschen aus Ländern wie Polen oder aus dem einstigen Jugoslawien hinzu. Aktuell seien es in der "Integration 5.0" die Flüchtlinge. Es sei immer eine Herausforderung, Menschen zu integrieren, doch bei einer prosperierenden Wirtschaft sei es nicht allein aus der vorhandenen Bevölkerung möglich, Fachkräfte zu generieren.

Daher sei es unabdingbar, auf Menschen zu setzen, die mit großen Erwartungen nach Deutschland gekommen seien. Als Unternehmer gelte es, aktiv auf diese Menschen zuzugehen und effektiv zu handeln. Seit Jahrzehnten habe man in mittlerweile 60 Werkswohnungen investiert. So könne man Neubürgern gleich eine Bleibe anbieten.

Warum gibt es diesen Wettbewerb? Dieser Frage stellte sich vom "Land der Ideen" Christine Montigel, die gemeinsam mit Axel Hepelmann vom Partner Deutsche Bank als nationalem Förderer den Preis mitgebracht hatte. 2005 sei dieser Preis von der Bundesregierung und der Wirtschaft ins Leben gerufen worden, um Unternehmen dazu zu bewegen, sich innovativ mit der Integration ausländischer Fachkräfte zu beschäftigen.

"Es ist eine tolle Sache, die Sie hier seit Jahrzehnten als Unternehmenskultur leben", betonte Montigel. Als wegweisende Maßnahme bezeichnete Hepelmann "Burgercare". Es sei höchst effektiv und innovativ, wie man in der Burger-Gruppe neuen Mitarbeitern eine neue Heimat biete.

Der Preis sei dazu da, "Projekte wie das Ihre zu fördern, zu unterstützen und solche kreativen Ideen weiter zu spinnen", so Hepelmann. Dazu seien Neugier, Mut und Innovationskraft notwendig.

Doch weshalb habe man die Burger-Gruppe aus mehr als 1000 Bewerbern ausgewählt? "Es ist neu. Es ist anders als die ausgetretenen Ideen. Es macht aus der Not, dem Fachkräftemangel, eine Tugend, indem man ganz gezielt Fachkräfte aus dem Ausland akquiriert", lobte der Banker. Dazu gehöre ein umfassendes Willkommenspaket mit Deutschkursen, Hilfe bei der Suche nach einem Kindergartenplatz und bei Behördengängen.

Mit Hilfe solcher flankierender Maßnahmen könne ein Neustart der Betroffenen in Deutschland gelingen, war er sicher.

Einen Dank an die Gemeinde Schonach schickte Silke Burger, Leiterin der Abteilung "Human Ressources" in Richtung des Bürgermeisters, wo immer unbürokratisch geholfen werde. Sie freue sich über Mitdenker in der Firma, erklärte aber schmunzelnd, dass ihre Abteilung durchaus weitere kreative Ideen habe.

"Wenn es diesen Preis schon vor 40 oder 50 Jahren gegeben hätte, wäre dies sicher nicht der erste Preis, den wir hier haben. Integration hat Tradition in diesem Haus", war sich der Betriebsratsvorsitzende Andreas Hör sicher.

Bürgermeister Jörg Frey wusste, dass Burger immer wieder bereit sei, sich mit anderen Firmen zu messen. "Eigentlich ist es bereits Integration 6.0 – mich als Schwaben hat man auch integriert", witzelte er.

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