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Schonach Holzernte und Biotoppflege

Schwarzwälder-Bote, vom 16.07.2011 02:52 Uhr
Zum Forstwirt ausbilden lassen sich Marcel Großmann, Alexander Hartmann und Jens Richter (von links): Ihnen gefällt die Arbeit in der freien Natur. Links im Bild ist Forstwirtschaftsmeister Urban Keller aus Schonach zu sehen. 
Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote
Zum Forstwirt ausbilden lassen sich Marcel Großmann, Alexander Hartmann und Jens Richter (von links): Ihnen gefällt die Arbeit in der freien Natur. Links im Bild ist Forstwirtschaftsmeister Urban Keller aus Schonach zu sehen. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Stephan Hübner Schonach/Schönwald. Über die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen im Wald informierte kürzlich Johannes von Stemm vom Triberger Forstamt. Die Aktionen laufen im Rahmen des von der EU geförderten Life-Projektes Rohrhardsberg.Bei einem der Projekte waren etwa 70 bis 75 Auszubildende vom Mattenhof, der zentralen Ausbildungsstätte der Forstverwaltung Baden-Württembergs, im umliegenden Wald tätig, um Biotoppflege zu betreiben. Die Idee dazu stammt von Urban Keller aus Schonach, Forstwirtschaftsmeister am Mattenhof, der zuvor einige Jahre am Forstamt Triberg arbeitete.

Laut Keller handelt es sich beim Mattenhof um die größte Forstausbildungsstelle Deutschlands. Etwa 120 bis 130 Auszubildende werden dort jedes Jahr zum Forstwirt ausgebildet. Einzigartig sei auch, dass sich Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung an einem Ort befinden.

Der Lehrplan ist vielfältig. Neben der Arbeit mit Holzwerkstoffen werden beispielsweise auch Maschinenkunde oder Wegebau vermittelt. Forstwirte seien nicht nur "Holzmacher", auch der Naturschutzaspekt spiele eine große Rolle, sagt Förster Johannes von Stemm und beinhalte neben Holzernte auch Biotoppflege beziehungsweise unter anderem die Offenhaltung der Landschaft oder auch Hecken- und Bachpflege.

Der Arbeitseinsatz bietet Schülern nicht nur die Möglichkeit, Einblick in den praktischen Alltag ihres Berufs zu erlangen. Er sei auch für die Gemeinschaft und das soziale Verhalten wichtig, so Werner.

Während der Praxistage sei der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern viel offener, teilweise kämen dabei auch private Probleme zur Sprache. Und ohne Teamarbeit gehe gar nichts. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird zudem mit einem gemeinsamen Grillfest gestärkt. Auch seien viele Schüler aus dem Nordschwarzwald oder gar aus Karlsruhe, Mannheim oder Heidelberg dabei, die solche Berge überhaupt nicht gewohnt seien, bemerkte Werner.

Für den Forstbezirk werden dabei Arbeiten erledigt, für die sonst kein Geld da wäre. Immerhin entspricht die Anzahl von jeweils 20 Schülern einer Klasse etwa denen, die direkt im Staatswald im Schwarzwald-Baar-Kreis eingesetzt werden. Solch eine Biotoppflege wäre ansonsten unbezahlbar, so von Stemm in einem Pressegespräch.

Die Offenhaltung von Biotopflächen sei wichtig, weil in dem Gebiet Arnika, Orchideen und eine Menge anderer seltener Pflanzenarten wachsen, klärte von Stemm weiter auf. Auch Hochmoore gibt es in der Umgebung.

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