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Schömberg Zufriedene Mitarbeiter sind leistungsfähiger

Schwarzwälder-Bote, vom 21.07.2010 19:32 Uhr
In der Pause diskutierten der Schömberger Gemeinderat Helmut Sperth, Tourismusmanager Till Weigl und der Wirtschaftswissenschaftler Karlheinz Ruckriegel über das Glück (von links). 
 Foto: Eitel Foto: Schwarzwälder-Bote
In der Pause diskutierten der Schömberger Gemeinderat Helmut Sperth, Tourismusmanager Till Weigl und der Wirtschaftswissenschaftler Karlheinz Ruckriegel über das Glück (von links). Foto: Eitel Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Wolfram Eitel Schömberg. Die Glücksforschung könnte schon bald zu einem tiefgreifenden Umdenken in der Welt der Wirtschaft und Arbeit führen. Dies prophezeite Karlheinz Ruck­riegel in seinem Referat im Schömberger Kurhaus.

Der bekannte Wirtschaftswissenschaftler und Glücksforscher von der Nürnberger Hochschule war anlässlich der Schömberger Glückswoche zu Gast im Nordschwarzwald. In seinem Referat beschäftigte er sich mit der Bedeutung von Glück in Wirtschaft und Gesellschaft. Glück definiert er nicht als Zufallsereignis, wie etwa bei einem Lotteriegewinn, sondern eher als die längerfristige subjektive Wahrnehmung eines ganzheitlichen Wohlbefindens.

Sinngemäß nutzte der Professor häufig das Wort Zufriedenheit als Synonymbegriff. Im Gegensatz zu negativen Komponenten wie Ärger, Wut und Zorn bedient Glück die positive Werteskala, auf der unter anderem Freude, Gelassenheit, Hoffnung oder Liebe markiert sind.

Glück würde aber seit 1984 mit Hilfe internationaler sozioökonomischer Längsschnittbefragungen regelmäßig gemessen. Dabei konnte der alte Grundsatzspruch verifiziert werden, nach dem das Geld allein nicht glücklich macht. Denn in den gesamten westlichen Industrieländern zeigen Ruckriegels Kurven, dass ein Mehr an Einkommen die Menschen nicht unbedingt glücklich macht. Mit zuneh-menden Einkommen stagniert nämlich das Zufriedenheitsgefühl. Ruckriegel führt dies nicht allein auf den Gewöhnungseffekt eines höheren Wohlstands und auf steigende Ansprüche zurück, sondern auch auf die Relativierung des Einkommens-­ sprungs und den Vergleich mit jenen, die mehr verdienen. Die gängige ökonomische Theorie habe hier ein Erklärungsdefizit, kritisiert er.

Auch der von den Theoretikern als Modell herangezogene "homo oeconomicus" , ein rein rational reagierender und handelnder Mensch, habe längst ausgedient. Der Mensch werde vielmehr auch von Gefühlen geleitet. Nicht wirtschaftliches Wachstum stehe übrigens künftig im Mittelpunkt, sondern Fragen der Lebensqualität und des Wohlbefindens, bei denen vornehmlich Gesundheit, Bildung und Umwelt eine wichtige Rolle spielen.

Ausgelöst von der Glücksforschung bahnen sich laut Ruckriegel auch im Management der Unternehmen ent-scheidende Änderungen an. Sowohl in den USA als auch in Deutschland habe man mittlerweile erkannt, dass glückliche und zufriedene Mitarbeiter leistungs- und lernfähiger sowie kreativer und gesünder seien. Auf die Frage, ob man Glück lernen kann, wies der Professor seinen dankbaren Zuhörern 13 Wege zum Glück auf. Richtige aber maßvolle Ziele setzen, dankbar und hilfsbereit sein können, Optimismus entwickeln, positiv denken, das Leben genießen und sich mit Religion und Spiritualität beschäftigen, lauten die wichtigsten Ratschläge.

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