
Von Steffi Stocker Schömberg-Oberlengenhardt. Idyllisch plätschert der Mausbäch an der Gemarkungsgrenze zwischen Oberlengenhardt und Maisenbach-Zainen. Doch die sagenumwobene Stelle unten im Wald hat es in sich. Dort soll nämlich ein wilder Hund nachts sein Unwesen treiben. Und diese Sage ist Grundlage für die Figur des Mausbäch-Pudels der Schömberger Waldhufenstromer.
So war es zum Auftakt der fünften Jahreszeit mit der Ruhe an dem Bachlauf bald vorbei. Denn der Huaschd’r begab sich an den Tiefpunkt im Wald. In seinem Gefolge befanden sich der Mausbäch-Pudel, das Hobbele und die Mausbäch-Hex. Die Anführer der Häsgruppen der Zunft erweckten am Bach die Fasnet. Soll heißen, sie holten das Narrenwasser, mit dem jeder einzelne besprüht wird, sofern sein Häs in Ordnung ist. Die erste Kontrolle durch den Huaschd’r stand deshalb gleich am Bachufer an. Doch auch der Wächter über Häs- und Maskenordnung musste sich selbst der Musterung durch Zunftmeister Stefan Söhner unterziehen.
Voller Vorfreude zogen sie schließlich zum Bürgerhaus. Entlang des Weges sammelten sie die schon ungeduldig wartenden Narren der Zunft ein. Jeder legte seine Maske für die spätere Kontrolle in das Sputum-Kärrele des Huaschd’r. Denn zunächst wurde die Fasnet laut knallend mit der Karbatsche eingeschnellt, wie es der Brauch der Waldhufenstromer ist.
Nach der Abstaubede hatte dann das Narrengericht Premiere. "Sie haben uns im vergangenen Jahr die Fasnet geklaut", erinnerte der Zunftmeister an den Streich, den sich zwei Zunftfreunde am Abend der Verbrennung erlaubt hatten. Zur Strafe müssen die beiden Angeklagten die Narren wenigstens einmal mit Getränken frei halten. Die aktuellen Brauchtumstänze rundeten den Fasnetsauftakt in Oberlengenhardt ab.