Von Albert M. Kraushaar

Schömberg. Landesweit setzten die Narren am "Schmotzigen Donnerstag" zum Sturm auf die Rathäuser an. Auch die Glücksgemeinde Schömberg blieb davon nicht verschont. Kurz nach 17 Uhr zeigten sich die wilden Gesellen der Schömberger Narren mit ihrer "Beute", Bürgermeisterin Bettina Mettler, im Rathausfoyer.

Insgesamt verlief der Sturm der wilden Horde jedoch friedlich. Während draußen auf dem schneebedeckten Vorplatz einige Hexen für die unter dem Strich recht bescheidene Zahl von Bürgern und Zuschauern Glühwein kochten, verlas drinnen Zunftmeister Helmut Lülf den "Leviten-Glücks-Zettel 2013", ein kunstvoll gereimtes Sammelsurium aus Ereignissen des vergangenen Jahres. Da war die Rede vom "Verschleiß von Kurdirektoren", von Windrädern, vom Wellenbad, von Bhutan und dem Kindergartenbau in Langenbrand.

"Gefangen ist Frau Mettler jetzt, am Pranger ist sie festgesetzt. Den Schlüssel rücken muss sie raus, sonst ist der Ofen hier bald aus", hatte der Zunftmeister seine Rede begonnen. Angesichts der närrischen Übermacht und der ausbleibenden Unterstützung durch das Rathauspersonal blieb der Bürgermeisterin gar nichts anders übrig, als zu antworten: "Ich rück’ euch für dieses Haus nun den Rathausschlüssel raus". Allerdings mit dem Zusatz: "Dazu bekommt ihr in Euro, DM und Gulden auch noch die ganzen Gemeindeschulden".

Zum Abschluss lud der Zunftmeister zur Teilnahme am Fasnetdienstag ein: "Vorbei ist die Fasnet in wenigen Tagen, danach Zivil wir alle tragen. Doch vorher, nächsten Dienstag bei Nacht, wird der Winter vertrieben, dass es nur so kracht! Um acht beginnt das Spektakel schon, die Hexenverbrennung mit Tradition!".

Hexenverbrennungam Dienstag

Im Anschluss an den Rathaussturm gab es Sekt, Fasnetsküchle und Hefezopf. Für die Narren war es ein gelungener Auftakt zu fünf wilden Tagen. Heute sind sie in Deckenpfronn, am Sonntag in Lörrach, am Montag in Bieschweier nahe der französischen Grenze zum Elsaß. Die Hexenverbrennung am Dienstag beginnt um 19 Uhr beim Feuerwehrmagazin.