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Schömberg Marode Schönheit übt Faszination aus

Schwarzwälder-Bote, vom 20.01.2012 05:00 Uhr
Fotografin Christa Kusterer (links) und Bürgermeisterin Bettina Mettler tauschten ihre Erinnerungen an das Wellenbad aus. Die Bilderausstellung "Time to say goodbye" im Foyer des Rathauses Schömberg widmet sich dem ehemaligen Wahrzeichen.  
Foto: Fisel Foto: Schwarzwälder-Bote
Fotografin Christa Kusterer (links) und Bürgermeisterin Bettina Mettler tauschten ihre Erinnerungen an das Wellenbad aus. Die Bilderausstellung "Time to say goodbye" im Foyer des Rathauses Schömberg widmet sich dem ehemaligen Wahrzeichen. Foto: Fisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Andrea Fisel Schömberg. "Time to say goodbye – Das Wellenbad sagt Ade": Unter diesem Titel lädt eine Ausstellung im Rathaus Schömberg mit 30 Aufnahmen der Fotografin Christa Kusterer ein, sich von dem ebenso heißgeliebten wie vieldiskutierten Gebäude zu verabschieden. Die ursprüngliche Idee, das leer stehende Bad noch einmal zu öffnen, damit die Bevölkerung hätte Abschied nehmen können, musste aus versicherungstechnischen Gründen ad acta gelegt werden. Jetzt besteht für alle, die dieses Bedürfnis haben, im Foyer des Rathauses die Möglichkeit, sich das ehemalige Schömberger Wahrzeichen anhand eindrucksvoller Großaufnahmen zu verinnerlichen. "Trauern und Bedauern verlangt Zeit und Raum", wusste Bürgermeisterin Bettina Mettler aus eigener Erfahrung.

Christa Kusterer fing Momentaufnahmen des Wellenbads in stimmungsvollen Bildern ein. Da erscheinen Nichtigkeiten wie Schließfächer, Schriftzüge oder Treppengeländer plötzlich in einem bedeutungsvollen Licht, dort erwärmen die Strahlen der Morgensonne, die die Fenster durchdringen, fast spürbar den leeren Raum und daneben erstrahlen die sonst so langweiligen Fliesen des Schwimmbeckens in funkelndem Smaragdgrün. Einmal bestechen die Aufnahmen durch satte, leuchtende Farben, ein andermal erzeugen Schwarz-Weiß oder Antik-Grünbraun die gewünschte melancholische Stimmung.

"Diese marode Schönheit wirkte auf mich fotografisch faszinierend", bekannte die Fotografiemeisterin, die seit 1998 ein Fotostudio in Schömberg betreibt und seit vielen Jahren als Spezialistin für Hochzeitsbilder bekannt ist. In dem leer stehenden, abbruchbereiten Gebäude fand sie einen krassen Gegensatz dazu: "Die Atmosphäre war fast unheimlich; die leere Halle wirkte wie ein muffeliges, riesiges Badezimmer."

Im "Fotoclub Querformat", dessen Mitglieder sich einmal monatlich in Schömberg treffen, um Erfahrungen und Tipps auszutauschen, aber auch um ein gemeinsames Thema zu bearbeiten, reifte in der Künstlerin die Idee, das Wellenbad zu fotografieren. "Im letzten Sommer hatten wir uns das Thema ›Der Zahn der Zeit‹ gestellt", erinnerte sie sich. Als ihr dann diese Aufnahmen richtig gut ­gelungen seien, habe sie daraus einen Kalender für ihre Kinder als Weihnachtsgeschenk angefertigt, verriet Christa Kusterer. Daraus wurde jetzt ein Geschenk für alle Bürger Schömbergs.

Kommentare (1)
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JAN
20
07:48 Uhr, geschrieben von Berti
Zeitdokument gefertigt
Ich hoffe Fr. Kusterer weiß, was sie da in den Händen hält. Finde ich echt Klasse, dass die Bilder vom Wellenbad gemacht wurden, es sind echte Erinnerungsstücke für uns Schömberger. Totale Glücksmomente, noch einmal dem Wellenbad so nahe zu kommen und das Innenleben zusehen. Würde mich freuen, wenn Fr. Kusterer die Abrissarbeiten ebenso in ihren wirklich gelungenen Bilder festhalten würde.
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