Schömberg Für eindrucksvolles Lebenswerk gibt es den Ehren-Oscar
Schwarzwälder-Bote, 19.07.2012 22:04 UhrSchömberg (bv). Der langjährige Konrektor der Schömberger Grund- und Werkrealschule, Lothar Gengenbach, ist gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. Für sein Lebenswerk erhielt er einen Ehren-Oscar.
Die Moderatoren Björn Heyder und Sandra Weigel hatten einen "sensationellen Abend" angekündigt – und nicht zu viel versprochen: Die Abschiedsfeier zeigte die ganze facettenreiche Bandbreite des schulischen Lebens in Schömberg auf.
Keine Frage: Lothar Gengenbach wird nach fast 40-jähriger Dienstzeit in Schömberg vermisst werden. Das machte der Grundschul-Chor mit dem Lied "Die Zeit mit dir war wunderschön" ebenso deutlich wie die Kollegien von Grundschule, Werkrealschule und Realschule. Rektor Wolfgang Fiderer erinnerte daran, dass Gengenbach seine erste und einzige Dienststelle verlasse. Er beschrieb seinen bisherigen Stellvertreter als engagierten Pädagogen, der "jeden so nahm wie er ist". Gengenbachs Motto habe "Milde und Güte für jedes Kind" gelautet. Seit 1996 Konrektor, habe Gengenbach wertvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit geleistet und sei ein Garant für Beständigkeit an der sich stets wandelnden Schule gewesen.
Dessen Nachfolger Berthold Pfeffer, dem künftig auf der Brücke des etwas ins Schlingern geratenen Schulschiffs Rainer Schwab und Agnes Neher zur Seite stünden, überreichte Fiderer den Ehren-Oscar in der Kategorie "Newcomer 2012".
Die Verabschiedung von Gengenbach sei mehr als eine Zäsur an der Schömberger Schule, sagte Wolfgang Ziemen vom Schulamt Albstadt. Er dankte für dessen "außerordentlichen Einsatz" und setze Pfeffer ins Amt ein.
Der Rektor der Realschule, Uli Müller, wusste gar schon die aktuelle Schlagzeile des Schwarzwälder Boten zur Verabschiedung von Gengenbach: "Grundschule verliert 100 Prozent ihrer Männer." Er dankte dem scheidenden Konrektor, der bei den Schülern beliebt gewesen sei, für die "gelebte Kooperation" mit der Realschule. Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger sagte, Gengenbachs Arbeit verdiene Anerkennung und Respekt. Er bot dessen Nachfolger eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an. Stadtpfarrer Johannes Holdt beschrieb den Pädagogen als einen Mann, der stets ein Lächeln auf den Lippen gehabt habe und so das gute Schulklima wesentlich mitgeprägt habe, das auch Elternbeiratsvorsitzende Sandra Wiume hervorhob.
Für Kurzweil während der Feierstunde sorgten der Chor, die Bläserklasse und die Schülerband, die Song- und HipHop-AG sowie die Lehrerkollegien. Besonderen Applaus erhielten türkische Schülerinnen für ihren Folkloretanz sowie die Grundschul-Lehrerinnen für den einfallsreichen Rap "Dr Lothar bleibt jetzt ganz dahom; no send mr en dr Grundschul' ganz alo", bei dem sie auch an seinen Einsatz gegen das geplante Großgefängnis erinnerten.


