
Von Andrea Fisel
Schömberg. Ausführliche und bisweilen sehr persönlich geprägte Stellungnahmen der Fraktionen gingen der Beschlussfassung des Haushaltsplans im Gemeinderat Schömberg voraus. Abschließend erhielt das umfangreiche Werk, ausgearbeitet von Kämmerer Volker Burger, die volle Zustimmung des Gremiums.
Joachim Zillinger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, stellte den Ratsmitgliedern visionär ein Schömberg im Jahr 2022 vor mit vorbildlicher Infrastruktur, attraktiven Bildungseinrichtungen, florierendem Tourismus sowie optimaler ärztlicher Versorgung. Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs sei eine umweltfreundliche Energieversorgung garantiert. Das Erfolgskonzept lautete: "Entschlossenheit der Entscheidungsträger von Verwaltung, Gemeinderat samt Bürgerschaft, Mut, die Zukunft zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen."
Die Stellungnahme für die Unabhängige Wählervereinigung präsentierte Gerold Kraft: "Die äußerst positive Entwicklung stimmt sehr froh." Arbeitsplätze, Kinderbetreuung und Schulangebote seien wichtige Eckpfeiler für die Gemeinde, insbesondere für eine Region, die von Abwanderung betroffen sei. Friedhöfe müssten als würdiger Ort für Trauer und Begegnung gestaltet werden, ebenso die Ortskernsanierung weitergeführt werden. Sowohl in der Infrastruktur als auch im touristischen Bereich seien neue Ideen gefragt.
Ebenfalls erfreut war der Sprecher der SPD-Fraktion, Helmut Sperth, über den Zuwachs der Gewerbesteuereinnahmen sowie der Finanzzuweisungen des Landes. Jedoch: "Wir befürchten, dass die Zuführungsraten zum Vermögenshaushalt für die kommenden Jahre erheblich geringer als geplant ausfallen wird". Zu begrüßen sei die konsequente Fortführung der Sanierungsmaßnahmen aller öffentlichen Einrichtungen sowie die Einrichtung eines Bürgerkontaktbüros. Nachhaltigkeit und Ausbau der regenerativen Energien sei ein wichtiges Ziel, das mithilfe einer Bürgerenergiegenossenschaft angestrebt werde.
Über alle Parteien hinweg war sich das Gremium einig, dass der Tourismus in Schömberg unter dem Dach einer Tourismus-Marketing GmbH des Landkreises Calw weitergeführt werden solle, gleichwohl sich alle Gemeinden zu einer Tourismusdestination Nordschwarzwald bekennen sollten. Im Speziellen müsse der Naherholungs- und Tagestourismus ausgebaut werden.
Die Gemeinde hatte bereits im vergangenen Jahr zur Neugestaltung des Friedhofs Bieselsberg den freien Garten- und Landschaftsarchitekten Etienne Cappoen beauftragt, einen Vorentwurfsplan auszuarbeiten. Dem stimmte der Gemeinderat trotz einzelner Bedenken gegen die optische Gestaltung der Urnenstelen zu. Die Planung erfolgte in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat sowie Ortsvorsteher Ulrich Burkhardt: "Der Plan berücksichtigt, für die späteren Jahren auch Plätze zum Verweilen zu schaffen, vorrangig aber den momentanen Bedarf zu decken sowie eine Struktur herzustellen."