
Von Andrea Fisel
Schömberg. Alle für einen – einer für alle: Gemäß der bekannten Devise aus Alexandre Dumas’ Roman spielten die drei jungen Musiker des Aramis Trios bei ihrem Auftritt vor einem völlig begeisterten Publikum im Schömberger Kurhaus.
Beherzt, leidenschaftlich und mit vollem Einsatz, aber auch professionell, einfühlsam und voller Harmonie – so könnte in wenigen Worten die musikalischen Darbietungen beschrieben werden. Obwohl Martin Emmerich (Violine), Heiner Reich (Violoncello) und Fabian Wankmüller (Klavier) sich immer noch im Musikstudium befinden, feierten sie schon zahlreiche Erfolge bei Wettbewerben und Konzerten.
Und der nächste Wettbewerb steht bereits vor der Tür. "Wir bereiten uns gerade auf den Internationalen Josef Haydn Kammermusik Wettbewerb in Wien im nächsten Frühjahr vor", verriet Reich. Wenn dann das Vorspiel im historischen Schlosstheater Schönbrunn genauso gelingt wie diese "Probe" in Schömberg, dann stehen die Chancen für die drei hochbegabten Musiker wohl mehr als gut.
Das "Trio in B-Dur" von Joseph Haydn weist ganz typische, individuelle Merkmale auf. Diese Originalität, mit den motivischen Bestandteilen eines Themas fast kindlich zu spielen, brachten die Interpreten hervorragend zur Geltung.
Ein Spätwerk von Johannes Brahms, das "3. Trio in c-moll", lässt die düstere, gedrungene Stimmung verspüren, in der sich der alternde, kranke Komponist zu jener Zeit befand. "Haydn hatte sich in eine schöne Frau verliebt", stellte Emmerich dem Stück voran, "doch die Beziehung war offensichtlich gescheitert." Die Violine schien manchmal fast zu weinen. Das Violoncello spielte im Kontrast dazu sehr tief und laut, wurde auch immer wieder hart und fordernd gezupft, während der Flügel das Ganze mit kraftvollen, oft disharmonischen Akkorden untermalte.
Den zweiten Teil des Konzertes bestritt Wankmüller solistisch – und komplett auswendig. "Ich habe in wenigen Wochen meine zweite Diplom-Prüfung", bekannte er. Die "Sonate in c-moll" von Franz Schubert, wenige Wochen vor seinem Tod geschrieben, sprengte mit ihrer viersätzigen Anlage nicht nur den Rahmen einer gewöhnlichen Sonate, sondern stellte auch bei ihrer Aufführung eine Besonderheit dar. Der Pianist konnte mit seinem hingebungsvollen, ausdrucksstarken Spiel die Zuhörer so begeistern, dass eine Zugabe unabdingbar war.