Ein Schlaganfall kommt, wie der Name schon andeutet, plötzlich und überraschend. Schnelles Handeln ist dabei wichtig.

Ein Schlaganfall ist gewissermaßen ein „Infarkt im Kopf“. Als Folge plötzlicher Durchblutungsstörungen oder Blutungen der Hirngefäße mangelt es den Gehirnzellen an Nähr- und Sauerstoff. Ohne notärztliche Hilfe sterben innerhalb kürzester Zeit ganze Hirnregionen ab. Der Versuch, die drohenden Folgeschäden durch medizinische Maßnahmen so klein wie möglich zu halten, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. In Deutschland erleiden jährlich etwa 500.000 Menschen einen Schlaganfall. Innerhalb des ersten Monats nach dem Schlaganfallereignis verstirbt etwa jeder fünfte Betroffene an dessen Folgen. Damit ist die Sterblichkeit beim Schlaganfall zwar geringer als beim Herzinfarkt. Oft bleiben jedoch schwere Hirnschäden zurück, die zu Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit führen können.

Der Schlaganfall in seiner typischen Ausprägung ist eine Erkrankung des höheren Alters (ab 65 Jahre). Einige Formen können aber in jedem Lebensalter auftreten. Genauso wie der Herzinfarkt wird auch der Schlaganfall durch eine plötzliche Durchblutungsstörung hervorgerufen. Beim Schlaganfall sind die hirnversorgenden Arterien betroffen. Die durch die Risikofaktoren bedingten Ablagerungen („Plaques“) spielen in der Entstehung die Hauptrolle. Aber auch verschleppte Blutgerinnsel aus dem Herzen („kardiale Embolie“) und Störungen der kleinen Blutgefäße im Gehirn sind bedeutsam. Bei etwa drei von zehn Menschen befindet sich eine kleine Öffnung in der Herzscheidewand auf der Ebene der Vorhöfe. Dieses an und für sich bedeutungslose Relikt aus der Embryonalentwicklung des Herzens erlaubt es unter Umständen, dass Blutgerinnsel aus den Beinvenen in die hirnversorgenden Gefäße gespült werden und diese verschließen.

Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle gehen nicht in erster Linie auf eine Durchblutungsstörung, sondern auf eine Hirnblutung zurück. Auch hier sind ältere Menschen mit vorgealterten, „brüchigen“ Gefäßen besonders gefährdet. In seltenen Fällen bestehen auch bei jungen Menschen anlagebedingte Schwachstellen oder blutgefäßreiche Geschwulstbildungen im Bereich der hirnversorgenden Gefäße, die zur Hirnblutung führen können. Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko einer Hirnblutung beträchtlich.

Schlaganfall - Symptome / Diagnose

Wie beim Herzinfarkt ist auch beim Schlaganfall die rasche Behandlung ausschlaggebend für den Erhalt oder die Wiederherstellung wichtiger Hirnfunktionen und damit für die Frage, ob bzw. wie der Patient den Schlaganfall überlebt. Folgende Symptome sind Anzeichen für einen Schlaganfall:

  •     Lähmungserscheinungen einer oder mehrerer Gliedmaßen (meist nur eine Körperhälfte betroffen),
  •     Sprach- oder Sprechstörungen,
  •     Einschränkungen der Sehfähigkeit,
  •     Gefühlsstörungen,
  •     Schluckstörungen,
  •     Schwindel,
  •     Bewusstseinsstörungen (in schweren Fällen).

Eine Hirnblutung geht oft mit äußerst starken Kopfschmerzen einher.

Wichtige Diagnose: Gefäßverschluss oder Blutung?

Für die Folgebehandlung eines Schlaganfalls ist es wichtig, zwischen Durchblutungsstörung („Ischämie“) und Blutung zu unterscheiden. Dies gelingt mittels moderner bildgebender Verfahren (Computertomografie, Kernspintomografie). Auch Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Arterien und des Herzens sind bei der Suche nach der Schlaganfallursache bedeutsam.

Schlaganfall - Behandlungsmöglichkeiten


Wird die Behandlung spätestens drei bis sechs Stunden nach dem Schlaganfall eingeleitet, lässt sich ein ausgedehnter Untergang von Hirnzellen oft noch vermeiden. Danach kann lediglich noch versucht werden, die Größe des Schlaganfallgebietes zu begrenzen. Bei manchen Patienten kommt eine gerinnselauflösende Lysetherapie in Frage. Bei vielen Betroffenen müssen sich die Ärzte auf unterstützende Maßnahmen wie die Sicherung lebenswichtiger Funktionen und die Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Körpertemperatur beschränken. Dazu ist es aber wichtig, die Gefahr eines weiteren Schlaganfalls zu senken und die Folgeschäden zu begrenzen. Im Allgemeinen ist es möglich, gestörte Hirnfunktionen langfristig zumindest teilweise wiederherzustellen oder durch Ersatzstrategien auszugleichen. Krankengymnastische Übungen sowie Bewegungs- und Sprachtherapien müssen so früh wie möglich eingeleitet werden.
 

 
          0