Schiltach (r). Auf ihrer jährlichen Informationstour weilten Mitglieder des Fachbereichs "Museen" des Historischen Vereins für Mittelbaden am Samstag in Schiltach, um hier das "Museum am Markt" und das Hansgrohe-Museum "Wasser, Bad und Design" in Augenschein zu nehmen.

Die Leitung hatte der Fachbereichsvorsitzende Thomas Hafen, der zugleich wissenschaftlicher Leiter des "Vogtsbauernhofes" in Gutach ist.

Der neue Leiter der Schiltacher städtischen Museen und des Stadtarchivs, Andreas Morgenstern, gab mit seiner ersten Führung durch das "Museum am Markt" sein gelungenes Debüt. Er führte die Gäste durch die elf Museumszimmer, die in thematischer Anordnung die Stadtgeschichte aufzeigen, und erläuterte dabei das von Frank Lang (Stuttgart) erarbeitete und vor einem Jahr realisierte neue moderne Konzept.

Hörstationen, I-Pads und Interaktionsmöglichkeiten fänden sich hier und gegenüber dem Vorgängerkonzept falle die vorgenommene "Entlüftung" auf (weniger Exponate). Morgenstern machte dabei zugleich einen eindrücklichen Exkurs in die vielfältigen Facetten der Schiltacher Stadtgeschichte anhand der Exponate und der Technik. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch Hans Harter und Klaus-Ulrich Neeb, die als Vertreter der Ortsgruppe Schiltach des Historischen Vereins für Mittelbaden anwesend waren. Die Ortsgruppe war beratend bei der Erarbeitung der Neukonzeption beteiligt.

Als mögliche nächste Bearbeitungsfelder sieht Morgenstern für sich vorausschauende Weichenstellungen zu möglichen Sonderausstellungen in 2014 und 2015 und die harmonische Koordination der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Für 2013 kündigte er die Sonderausstellung "Flößerei im Bilde der Kunst" an.

In der Diskussion fand das aktuelle Konzept des "Museums am Markt" die Zustimmung der Gäste. Das Konzept sei "up to date". Auch die "großen Kunsthallen" würden heute nicht mehr chronologisch, sondern thematisch ausstellen, sagte Hafen. Neue Denkweisen im Internetzeitalter setzten sich durch und seien nicht umkehrbar.

Angesprochen und dabei verschieden bewertet wurde die Anzahl der Exponate und die Verwendung von im Depot vorhandenen Originalen statt künstlich geschaffener Skulpturen. Zielgruppen müssten sowohl die Touristen wie auch die einheimische Bevölkerung sein. Sonderausstellungen und Konzerte im vorhandenen Ausstellungsraum sowie weitere Aktivitäten vor Ort, wie schon begonnen, könnten die Schiltacher und auch "Auswärtige" immer wieder ins Museum führen und hier ihre Heimatgeschichtskenntnisse erweitern und verstärken lassen.

Anschließend begaben sich die Museums-Experten zur Schiltacher Hansgrohe-Aquademie und besuchten dort die Hansgrohe-Ausstellung "Wasser, Bad und Design". Roman Passarge, der Leiter der Hansgrohe-Aquademie, führte die Museumsleute nach seiner einführenden Begrüßungsadresse durch sämtliche Aquademie-Einrichtungen, erläuterte dabei die Hansgrohe-Philosophie, machte im Hansgrohe-Museum mit der Geschichte des "privaten Bades" bekannt, zeigte die überaus erfolgreiche Design-Entwicklung bei Hansgrohe auf, machte auf bedeutsame Innovationen aufmerksam, und auch die Showerworld war Thema. Er lud dazu ein, diese Showerworld zu gegebener Zeit selbst auszuprobieren.

Bei einer abschließenden Kaffeerunde bestand die gute Möglichkeit zu Fragen bezüglich der Hansgrohe-Museumseinrichtung, die von Passarge gerne beantwortet wurden. Hafen dankte im Namen der Teilnehmer sowohl Andreas Morgenstern wie auch Roman Passarge für die Ermöglichung der Museen-Besichtigung.