Schiltach Sommerfasnet – nur ohne Häs

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Schiltach (mb). Allein die Wagemutigsten kamen einst am Waldgeist "Egehaddel" vorbei. Nur wer dem schrecklichen Wegelagerer im Kaibachtal einen Batzen überließ, durfte seinen Weg unbehelligt weiterziehen. Auch in diesem Jahr kommt keiner vorbei. Die Egehaddel feierten ihren 20. Geburtstag. Am Samstagabend im Festzelt auf der Lehwiese ging es mit dem Fassanstich zur Sache – Bürgermeister Thomas Haas kontrollierte nach getaner Arbeit selbst die Güte des ersten Bieres. Nach Bewertung mit Bestnote wurde gefeiert. Und das ließen sich die Fasnetsspezialisten nicht zweimal sagen.

Trotz des schlechten Wetters füllte sich das Festzelt nach und nach; die Partyband "On Air" brachte die Festbesucher zum Kochen, bis das Kondenswasser von der Zeltdecke tropfte. Auch die Schirmbar platzte aus allen Nähten. Als der Regen nachließ, wurden die Feuer an der Kinzig angezündet.

Angekündigt hatten die Egehaddel ein "Hauch von Fasnet im Sommer" – das war eindeutig eine Fehleinschätzung, denn aus dem Hauch wurde ein richtiger Fasnets­sturmwind. "Das ist wie an der Fasnet, nur ohne Häs", freute sich eine geladene Schinderhexe. Spätestens als die Guggenmusik "Alcaputti" aus Tennenbronn ins Zelt einmarschierte, war klar: So geht "Fünfte Jahreszeit".

Der Festsonntag begann mit gutem Wetter und einem Frühschoppenkonzert der Trachtenkapelle Lehengericht. Versorgt wurden die Besucher mit einem warmen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen. Mit dem Schwarzwaldtriathlon hatten die Teilnehmer einen harten Wettkampf zu bestreiten.

In kürzester Zeit sollte eine Seite Speck geschnitten und mit zwei Scheiben Brot verspeist werden. Mit einem halben Liter Most war das Schwarzwaldmenu komplett. So ganz ernst nahmen es die Speckschneider mit diesem Wettkampf nicht und ließen auf Kosten der Zeit gerne noch mal vom Most nachschenken. Erster Gewinner war Raimund Wieseke aus Schiltach, Zweiter wurde Heinz Longhi aus Reinerzau mit dem Kommentar: "Ich bin dann wohl der beste Schwob heute." Simon Lauble aus Schramberg hatte die drittbeste Zeit hingelegt.

Die jüngeren Kinder hatten einen Riesenspaß im Kinderfuhrpark mit Dreirädern, Kettcars und anderen Vehikeln. Für die größeren Kinder hatten die Egehaddel sich etwas besonderes ausgedacht. Sie durften gegen eine freiwillige Spende ihr eigenes Haus aus Porenbausteinen bauen.

Martin Behrens, Geschäftsführer der Firma H+H aus Schiltach und Egehaddel, half seinem Sohn Cedric und Luca Kreuzer auch gleichzeitig beim Sägen der Sonderwünsche. "Manche brauchen für ihr Haus eben noch einen Gartenzaun und Verzierungen am Kamin", erklärte Luca. Der Erlös der Spenden geht an die Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim. "Die Waldgeister werden die Spendensumme auf den nächsten Nuller rund machen", verspricht Behrens.

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