Schiltach Erweiterung des Flößerpfads bereichert das obere Kinzigtal
Schwarzwälder-Bote, 19.06.2012 20:01 UhrVon Rolf Rombach Schiltach. Im Beisein zahlreicher Gäste wurde auf der Schiltacher Flößerwiese der erweiterte Flößerpfad von Loßburg nach Wolfach seiner Bestimmung übergeben. Dabei wurde symbolisch eine Flößer-Informationstafel enthüllt. Die "UHM-Band" aus Wolfach unter Raimund Waidele übernahm die musikalische Umrahmung und begann sinnigerweise mit Händels "Wassermusik". Die Gesamtmoderation übernahm Hana Janeckova aus Schilt-ach.
Durch die engagierte Mithilfe der Schiltacher und Wolfacher Flößergruppe, die Förderung durch den Naturpark Mitte/Nord und die Kooperation der beteiligten fünf Gemeinden Loßburg, Alpirsbach, Schenkenzell, Schiltach und Wolfach wurde der von Loßburg bis Alpirsbach bereits bestehende Pfad um 23 Kilometer bis Wolfach erweitert. Schiltach war bei dem Projekt die Koordinationsgemeinde. "Der erweiterte Flößerpfad ist eine wichtige Bereicherung für das obere Kinzigtal", sagte Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas. Die "Fahrt hinaus ins Land", die Flößerei und das Flößerhandwerk hätten im oberen Kinzigtal eine lange Tradition. Der Flößer-Themenpfad vermittle ein hohes, erhaltenswertes Kulturgut.
Siegfried Scheffold, Bürgermeister von Hornberg und stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, würdigte "den großen Elan, mit der die Beteiligten die Realisierung des Pfades umgesetzt haben". Der Naturpark habe die Maßnahme mit 50 000 Euro unterstützt.
Großes Lob fand die Pionierarbeit des früheren Freudenstädter Landrats und einstigen Naturpark-Vorsitzenden Peter Dombrowsky. Der erste Landesbeamte des Landratsamts Rottweil, Hermann Kopp, überbrachte die Gratulation der drei Landkreise Freudenstadt, Ortenau und Rottweil, in denen der Flößerpfad verläuft. Andrea Wagner von der planenden "Tour Konzept Schonach" und Gerhard Maier von der Tourist-Information Wolfach stellten das Projekt Flößerpfad eingehend vor. Kosten von insgesamt 120 000 Euro seien dabei zu schultern gewesen. Die Flößerpfad-Hinweisschilder seien in die Beschilderung des Schwarzwaldvereins integriert. Im erweiterten Teil befinden sich 24 neue Informationstafeln, die mit Text und Bild über die Flößerei informieren.
Zudem wurde ein Audio-Guide mit Erzählungen des Flößers Johann Staiger und seines Sohnes Uli geschaffen, erhältlich in den Tourist-Informationen. Vier Geocashes und QR-Codes wurden eingerichtet. Vier verschiedene Flößererlebnisführungen sind möglich.
Die Verdienste von Gabriele Beyerlein, der Autorin der Audioguide-Texte, der Sprecher Mara Kupsch und Alfred Metzler sowie der Flößer Hans Harter, Klaus Ulrich Neeb, Peter Rottenburger und Edgar Baur wurden mit Präsenten gewürdigt. Große Bewunderung fand eine Flößer-Holzskulptur, die mit der Motorsäge bei der Dorotheen-Hütte in Wolfach entstanden war und von dort den Flößern "zu guten Bedingungen" überlassen wurde. Zwei weitere solcher Figuren stehen am Flößerpfad in Wolfach.
Der Obmann der Schilt-acher Flößer, Thomas Kipp, nannte den Pflößerpfad einen anspruchsvollen Themenweg, der die Geschichte der Flößerei wahrheitsgetreu wiedergebe und an die Flößerei, die nach einem halben Jahrtausend 1894 mit dem letzten erwerbsmäßigen Floß zu Ende gegangen sei.


