
Schiltach (r). Sechsmal werden Jugendliche aus dem ganzen Landkreis Rottweil in den Herbstferien 2012 die Chance haben, eine Jugendkultur ihrer Wahl ganz genau kennen zu lernen und sich darin auszuprobieren.
Die Vorbereitungen für das Projekt "Culture on the Road" laufen jetzt an. "Punk", "Gothic" oder doch eben "Hip Hop"? "Graffiti", "Manga" oder doch lieber "Video"? Die Ausprägungen der verschiedenen Jugendkulturen sind unendlich vielfältig und selbst für Fachleute kaum noch überschaubar. Vielfach wird ihnen mit Vorurteilen begegnet, und das nicht nur von ergrauten Erwachsenen.
Auch Jugendliche selbst reagieren auf Szenen, zu denen sie keinen direkten Zugang haben, oft distanziert bis ablehnend.
Das soll sich im Herbst gründlich ändern. Dann kommt das Projektteam "Culture on the Road" vom "Archiv der Jugendkulturen" aus Berlin mit Experten in den Landkreis. Die meisten sind aktive Künstler oder leben und arbeiten seit vielen Jahren in der Jugendszene. Insgesamt umfasst das Team über 60 Fachleute.
Welche tatsächlich in den Schwarzwald kommen, entscheiden in den nächsten Wochen die Schüler. Noch bevor die Fasnet ihren Höhepunkt erreicht, werden alle Schüler ab der 7. Klasse die Möglichkeit haben, an einer Umfrage teilzunehmen und selbst festzulegen, welche Jugendkulturen sie näher kennen lernen wollen.
20 Angebote stehen zur Wahl. Sechs davon können in den Herbstferien umgesetzt werden. Und dann bleibt es nicht nur bei trockenem Unterricht über die einzelnen Szenen, deren Entstehung, Hintergründe und Eigenheiten. Im Zentrum des Geschehens stehen Workshops, in denen die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung selbst aktiv werden können, sei es eher gestaltend in Graffiti, Comic oder Manga, sei es musikalisch in der einen oder anderen Richtung, sei es körperlich beim Breakdance oder Skaten.
Das lokale Projekt wird getragen von den kommunalen Einrichtungen der Jugendarbeit mit hauptamtlichem Personal im Kreis Rottweil, darunter auch das Schiltacher Jugendbüro. Die Mitarbeiter des Jugendbüros besuchen in den nächsten Tagen und Wochen die Schulen in ihrem Einzugsgebiet, teilen die Umfragebögen aus und nehmen sie auch wieder entgegen.
Wenn die Bögen ausgewertet sind und die exakten Wünsche der Jugendlichen feststehen, geht es an die weitere Vorbereitung. Bis Sommer sollen die Ausschreibungen für die Workshops fertig sein.
Richtig rund geht es im Herbst, wenn der Unterricht Ferien macht und das außerschulische Lernen sich ganz dem Alltags-Leben der Schüler widmen kann. Der Umfragebogen kann auf www.schiltach.de heruntergeladen werden. Wer also noch keinen Fragebogen erhalten hat, kann sich mit ein paar Klicks die nötigen Infos holen. Dann heißt es, nur noch ausfüllen und bis 15. Februar 2012 entweder im Jugendbüro (Rathaus, Zimmer 15) oder im Jugendtreff in der Schramberger Straße 11 abgeben.