Schiltach (r). Die Schiltacher Feuerwehr richtete am Samstag ihre traditionelle Lehengerichter Jahresabschlussübung aus.Dies ist seit langer Zeit alljährlicher Brauch. Schon für die einst selbständige Gemeinde Lehengericht hatte die Schiltacher Wehr den Brandschutz. Übungsobjekt war diesmal das Anwesen "Ecke" der Familien Kipp/Kimmich auf der linksseitigen Höhe von Hinterlehengericht. Die Leitung hatte Kommandant Harry Hoffmann. Angenommen wurde ein Feuer im Hofhauptgebäude, das durch einen Blitzschlag in der Bühne ausgebrochen war. Ein Teil der Bühne besteht heute aus Wohnraum. Drei Personen galten als vermisst.

Das Kommandofahrzeug war neun Minuten nach der Alarmierung am Brandort, das erste wassermitführende Fahrzeug nach zwölf Minuten und das zweite Tanklöschfahrzeug nach 13 Minuten. Die erste Maßnahme galt der Menschenrettung. Unter Einsatz der Wärmebildkamera fanden die Atemschutztrupps die vermissten und stark rauchgefährdeten Hausbewohner und retten sie ins Freie, teilweise über eine angelegte Leiter. Löschwasser stand genügend zur Verfügung, aus den Tanks der Fahrzeuge, dann aus dem nahen Löschweiher des Hofes, und schließlich wurde mit Hilfe des Schlauchwagens und zusätzlicher Schlauchleitungen eine 1400 Meter lange Wasserleitung vom Löschweiher "Kienbronn" heran geführt. Zwischen Wohnhaus und Pferdestall erstellten die Wehrmänner eine schützende Riegelstellung. Die Anfahrt der Fahrzeuge war über das Reichenbächle und den Stammelbach zum Brandobjekt sowie über den Kienbach zum Kienbronn erfolgt. Die Jugendfeuerwehr hatte aktiv bei der Übung mitgemischt. Ein Interessiertes Publikum hatte sich eingefunden und verfolgte aufmerksam die Übung, darunter Kreisbrandmeister Mario Rumpf, Bürgermeister Thomas Haas, Ortsvorsteher Thomas Kipp, Ortschaftsratsmitglieder, Stadträte, Mitgliedeer der Alterswehr, die Gebäudeeigner und weitere Personen. Im Anschluss an die Übung war Treffpunkt in der "Hinterholzstube" zum obligatorischen "Schluss-Schoppen". Kommandant Hoffmann erläuterte den Sinn dieser Übung im Außenbereich, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf und machte die Wichtigkeit dauernden Übens, die Notwendigkeit der Technikbeherrschung und die Notwendigkeit von Ortskenntnissen deutlich. Er zeigte die Erfordernis auf, in Lehengericht die Löschwassersituation zu verbessern, etwa durch weitere Löschweiher. Bei manchem Hof könnten sonst im Ernstfall prekäre Löschwassersituationen bestehen. Auch auf die Winterverhältnisse im Außenbereich machte er aufmerksam. Ortsvorsteher Kipp lobte den hohen Ausrüstungsstand und die stete Einsatzbereitschaft der Wehr auch für den Ortsteil Lehengericht. Ebenso galt sein Dank Familie Bühler vom Kienbronn, die dort ihren großen Löschweiher mit großem Aufwand in diesem Jahr gründlich hergerichtet hätten. Dieser Weiher sei ein äußerst wichtiger Sicherheitsfaktor im Ernstfall. Kommandant und Ortsvorsteher schlossen in ihren Dank und ihre guten Wünsche alle an der Übung Beteiligten mit ein. Frieder Wolber dankte der Wehr im Namen des Unternehmens Vega, das bekanntlich auf Gemarkung Lehengericht liege, für den Brandschutz und überreichte ein Dankpräsent.