Schenkenzell (lh). Der Gemeinde Schenkenzell steht auch im Jahr 2013 wieder ein gutes Forstwirtschaftsjahr bevor. Aufgrund der aktuell hohen Holzpreise ist ein Gewinn von 40 500 Euro zu erwarten.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung den vom Forstamt Rottweil vorgeschlagenen Hiebsatz von 1600 Festmetern. Das bedeutet wie schon im laufenden Forstwirtschaftsjahr eine Reduzierung gegenüber dem zehnjährigen Forsteinrichtungswerk um 200 Festmeter. Dies sei erforderlich, so Forstamtsdirektor Bernhard Reuter, um den Mehreinschlag aus dem Jahre 2010 wieder ausgleichen zu können und der Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Trotz der geringeren Holzeinschlagmenge könne ein Gesamterlös in Höhe von circa 108 000 Euro erzielt werden. Für den Einschlagsaufwand kalkuliere er mit 45 000 Euro. Bei der Wegeunterhaltung seien für nächstes Jahr rund 8000 Euro vorgesehen, da einige Gemeinschaftswege, an denen die Gemeinde beteiligt sei, saniert werden müssten. Abzüglich weiterer Ausgaben und Steuern verbleibe ein Überschuss von 40 500 Euro, rechnete Reuter vor.

Ganz hervorragend wurde das Jahr 2011 abgeschlossen. Es gab einen Gewinn von 71 000 Euro oder 41 Euro pro Festmeter. Im laufenden Jahr seien bislang rund 1100 Festmeter eingeschlagen worden. Es stünden aber noch Hiebe aus, sodass die vorgesehene Einschlagsmenge von 1600 Festmetern erreicht werde. Nach jetzigem Stand rechne er mit einem Überschuss von 52 000 Euro, so Reuter.

Ende des Sommers 2012 habe es um Baiersbronn einen Sturm gegeben, dem 350 000 Festmeter zum Opfer gefallen seien. Die Sägewerker hätten auf billiges Holz spekuliert und sich mit dem Kauf von normalem Holz zurückgehalten. Allerdings habe das dortige Forstamt sofort reagiert und nur noch verhalten Holz eingeschlagen. Desweiteren sei das Sturmholz in den Fernabsatz nach Bayern verkauft worden. Die logische Folge: Der Holzmarkt sei leer gefegt gewesen und die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz habe unvermindert angehalten Auch für 2013 werde Holz weiterhin gefragt bleiben. Er erwarte Preise auf dem jetzigen Niveau, aber nicht steigend. Der Unsicherheitsfaktor von Sturm- und Käferholz bleibe natürlich immer. Mehr Sorge bereite ihm der europäische Holzmarkt, der aufgrund der Staatsschuldenkrise eingebrochen sei. Er habe deshalb Bedenken, wie lange Deutschland die gute "Inselkonjunktur" noch halten könne. Die gesamtwirtschaftliche Situation der deutschen Sägeindustrie bleibe unsicher, teilweise habe sich die Konkurrenzsituation noch verschärft.

Beim angestrebten Ausbau der regenerativen Energien, besonders Wind, würden auch Waldungen betroffen sein. Das Forstamt werde die Anträge sachlich und kooperativ mit allen Beteiligten bearbeiten, versicherte der Forstamtschef.