Schenkenzell Meinungsverschiedenheiten werden mit Hingabe gepflegt

Schwarzwälder-Bote, 07.06.2012 20:00 Uhr

Schenkenzell. Willy Schoch wird am Dienstag, 26. Juni, ab 19.30 Uhr im "Haus des Gastes" in Schenkenzell in einer Veranstaltung der Volkshochschule Schiltach/Schenkenzell und des Historischen Vereins, Mitgliedergruppe Schiltach, über die wechselvolle Geschichte Schenkenzells berichten.

Über Jahrhunderte war der Stab Schenkenzell eine Gemeinde. Bis 1806 gehörte Schenkenzell zum Fürstlich Fürstenbergischen Herrschaftsgebiet, dann zum Großherzogtum Baden.

Der Stab bestand aus dem Burgfrieden, dem zur Schenkenburg naheliegenden Dorf und Flecken Schenkenzell und der Mayerschaft, den um das Dorf herum liegenden Bauernhöfe. Im Dorf wohnten die Taglöhner, Holzhauer, Flößer und in der Mayerschaft die besser begüterten Waldbauern. Aber immer wieder schwelten Meinungsverschiedenheiten und Rechtsstreitigkeiten.

Im Jahre 1819 kam es schließlich zur Trennung. Der Ortsteil Burgfrieden behielt seinen eigenen Namen Schenkenzell. Die neue Gemeinde erhielt den Namen Bergzell.

Jahrzehnte ging es nach der Trennung soweit ganz gut. Die wirtschaftlichen Verhältnisse verlagerten sich. Erster größerer Zankapfel war der Bau und vor allem aber die Finanzierung einer gemeinsamen Schule 1874 und 35 Jahre später nochmals. Nicht weniger interessant der Streit um das vordere Ratszimmer im gemeinsamen Schul- und Rathaus.

Während es auf kommunalpolitischer Ebene immer wieder zu Reibereien und Streitigkeiten kam, verhielt es sich innerhalb der Bevölkerung beider Gemeinden ganz anders. Willy Schoch kann von einigen Episoden berichten. Arg "gebeutelt" wurde die Gemeinde Bergzell nach der Machtübernahme im Dritten Reich.

An der natürlichen Grenze Kinzig/Kuhbächle wurde auf Drängen der Stadt Schiltach "herumgewurstelt". Nach Jahren verlor sie eine größere Gemarkungsfläche. Kaum hatte Bergzell dies verkraftet, kamen die ersten Versuche der Eingemeindung von Bergzell zu Schenkenzell. Nach 118 Jahren der Trennung war es 1937 soweit.

 
 
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