Schenkenzell (lh). Stille Wasser sind tief, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und Schlagfertigkeit ist das halbe Leben. Diese Volksweisheiten prägten die Theateraufführung des Gesangvereins "Frohsinn" Kaltbrunn am Samstag und Sonntag im jeweils vollbesetzten Klostersaal Wittichen.

Das ländlich heitere Lustspiel in drei Akten mit dem Titel "Trauminet" von J. Gode bescherte dem begeisterten Publikum Lachen im Minutentakt. Sei es mit flotten Sprüchen, allerlei zwielichtigen Wortspielereien und viel Szenenkomik. Wie wichtig die Arbeit von Maskenbildnerin Angelika Maier in diesem Schwank war, zeigte die Rolle der Rosl Blachinger, die Franziska Breithaupt wie auf den Leib geschneidert schien. Sie hatte beim ersten Erscheinen auf der Bühne noch kein Wort gesprochen, da sorgten allein ihr Outfit und ihre Mimik für grölendes Gelächter, das sich wie ein roter Faden durch die Vorstellung zog.

Was doch so alles angestellt wird, wenn es um die Erbschaft des verstorbenen Landwirts Bichlhuber mit 30 Hektar Land geht. Einzige Bedingung: Neffe Franz-Josef (Felix Hauer) muss innerhalb eines Jahres die im reifen Alter befindliche und von Schönheit und Intelligenz wenig dekorierte Rosl Blachinger heiraten und einen männlichen Nachkommen hervorbringen.

Um ihren äußerst schüchternen Sohn Franz-Josef endlich unter die Haube zu bekommen, heuern Bauer Konrad Wiesberger (Fridolin Armbruster) und dessen Frau Mali (Barbara Faißt) Altknecht Simmerl (Hubert Maier) an. Auch die Rosl ist von dem Testament begeistert und sieht eine Chance, endlich ihr tristes Singleleben zu beenden. Bald stellt sich jedoch heraus, dass Simmerl in Sachen Frauen selbst Nachhilfe gebrauchen kann und er der eigentliche "Trauminet" ist. Als dieser die junge und hübsche Lucia (Steffi Armbruster), die heimliche Geliebte von Franz-Josef, für die Rosl hält, und sich Hals über Kopf verliebt, reiht sich eine verzwickte Situationder anderen an. Da Simmerl in den höchsten Tönen von der vermeintlichen Rosl schwärmt, schlägt ihm Franz-Josef einen Deal vor: Simmerl soll an seiner Stelle die Rosl heiraten. Spätestens als der Altknecht die Rosl zum ersten Mal zu Gesicht bekommt und seinen verhängnisvollen Irrtum erkennt, fällt er in tiefe Ohnmacht.

Entsetzt stellen die Erbschleicher plötzlich fest, dass die Zeit für den Nachkommen verstrichen ist und das Testament nicht erfüllt werden kann. Doch Franz-Josef hat inzwischen ganze Arbeit geleistet. Stolz verkündet er die Heirat mit seiner Lucia, die Zwillinge, Sohn und Tochter, von ihm erwartet. Und der mit einem Schnaps wieder ins Leben zurückgeholte Simmerl löst sein Versprechen ein, womit dem Happy-End nichts mehr im Wege steht. Eine weitere Vorstellung dieses lustigen Dreiakters gibt die Frohsinn-Laienschauspielgruppe am 15. Dezember in der Turnhalle Vorderlehengericht.