Schenkenzell (lh). Durch ein Bistro und eine Gartenschänke soll der ehemalige Bahnhof wieder mit Leben erfüllt werden.

Eine tolle Idee, die im Gemeinderat zu heftigen Diskussionen führte, weil der geforderte Behinderten-Stellplatz den direkten Zugang zum Bahnsteig versperrt. Bürgermeister Thomas Schenk stellte dem Ratsgremium die ehrgeizigen Pläne von Eigentümer und Bauherr Norbert Schnell vor.

Diese sehen die Einrichtung einer Gaststätte, beziehungsweise eines Bistros im Erdgeschoss mit Theke, Küche und Vorratsraum im früheren Bahnhofsgebäude vor. Im Bereich des abgebrannten und abgerissenen Lagerschuppens (Südwestseite) sollen in eingeschossiger Bauweise der Toilettenbereich mit Behinderten-WC, eine Gartenschänke mit Lagerraum und, in einem zweiten Bauabschnitt, eine Lagerhalle für den eigenen Gewerbebetrieb angebaut werden.

Die Gartenschänke als Freisitz soll 10,10 Meter lang und 5,40 Meter breit, zur Bundesstraße 294 offen und durch Stützen mit Glaswänden und Brüstungsmauer begrenzt sein. Die Rückwand zu den Bahngleisen soll mit einer massiven Wand mit drei Fenstern und einer Tür ausgestattet werden.

Die 19,10 Meter lange und 6,14 Meter breite Lagerhalle erhält zur B 294 fünf Oberlichtfenster und ein Hallentor, die Rückseite eine Massivwand mit Tragstützen.

Die Gesamtlänge der Anbauten beträgt 36,71 Meter. Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile sei das Bauvorhaben zulässig, das Baurechtsamt habe den Bauantrag einer Vorprüfung unterzogen und für unbedenklich erklärt, schilderte der Bürgermeister. Der baurechtlich erforderliche Behinderten-Stellplatz werde in dem Bauantrag im Zugangsbereich zum Bahnsteig ausgewiesen. Da die Gefahr bestehe, dass dieser Platz zugeparkt werde und dem Zugang zu den Gleisen hinderlich wäre, könne seitens der Verwaltung nicht zugestimmt und der Behinderten-Stellplatz müsse verlegt werden. Als Nachbar und Nutzer des Bahnsteigs habe außerdem die Bahn noch ein Wörtchen mitzureden, so Schenk.

Ratsmitglied Peter Lachenmeier konnte der Argumentation des Bürgermeisters nicht folgen. "Wir sollten dem Bauherrn bei diesem Vorhaben keine Steine in den Weg legen", riet er. Während die Rätinnen Susanne Lehmann und Sonja Haas den ungehinderten Zugang zum Bahngleis und einen anderen Vorschlag von der Gemeinde forderten, beendete der von der Idee des Bistros begeisterte Ratskollege Werner Kaufmann die Diskussionen.

"Wir streiten hier um des Kaisers Bart. Die Angelegenheit mit dem Behinderten-Stellplatz sollten wir der Bahn überlassen". Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde über die Parkplatzsituation gesondert abgestimmt. Mehrheitlich sprachen sich die Räte dafür aus, keine Vorgaben zu machen. Der Bauantrag an sich wurde hingegen einstimmig befürwortet.