Sanierung beendet Das Leuze öffnet die Türen zur Warmbadehalle
Julia Kost, 11.08.2012 10:00 UhrStuttgart - Trotz besten Freibadwetters sind im Moment nicht nur die schönen Außenanlagen ein Grund ins Leuze zu gehen. Die Attraktion befindet sich im Inneren: in der sanierten Warmbadehalle. Mit drei Monaten Verspätung sind die Sanierungsarbeiten jetzt abgeschlossen. Ab dem 11. August ist das Leuze zu den regulären Preisen und Öffnungszeiten für Badegäste wieder komplett zugänglich. Nach 27 Jahren ununterbrochener Nutzung war eine Runderneurung dringend nötig.
In der Warmbadehalle wurde nicht nur die Glasfassade saniert, sondern auch die Lüftung, Sanitär- und Gastronomiebereiche sowie die technischen Anlagen. Außerdem sind die abgehängte Decke, die Bodenbeläge und die Fliesen im Sitz- und Liegebecken erneuert worden. Anstelle des kleinen Bewegungsbads gibt es jetzt einen Themenruheraum, und wo das ehemalige Kinderbecken war, ist jetzt ein Warmsprudelbecken.
Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 7,73 Millionen Euro, davon sind 5,23 Millionen Euro Investitionszuschuss der Stadt und 2,5 Millionen Euro von den Bäderbetrieben selbst. Allerdings haben sich Mehrkosten von 200.000 Euro ergeben durch notwendige Nachbesserungen an der Fassade und der Technik und einen neu gestalteten Verbindungsgang, der ursprünglich nicht eingeplant war.
„Die Besucherzahlen werden sich schnell wieder einpendeln“
Den Vorwurf, lasche Verträge wären schuld an der Verzögerung, weist Anke Senne, die Geschäftsführerin der Bäderbetriebe, zurück. „Die Verträge laufen über das Hochbauamt und unterliegen strengen Verfahren.“ An Unternehmen, die für die Verzögerung verantwortlich gemacht werden können, werden Regressforderungen gestellt. Das Verfahren ist aber noch nicht angelaufen. Laut Detlef Szlamma, dem technischen Leiter der Bäderbetriebe, betreffen die Regressansprüche „einige wenige Unternehmen“. Dabei gehe es um „mehrere Hunderttausend Euro“.
Ursprünglich hatten die Bäderbetriebe mit Einnahmeverlusten von 3,1 Millionen Euro gerechnet. Durch die massiven Besucherrückgange von durchschnittlich 30 bis 35 Prozent und die ermäßigten Eintrittspreise während der Bauphase sind die tatsächlichen Verluste jedoch um einiges höher. „Im schlimmsten Fall reden wir von einer Million mehr. Wenn es jetzt gut läuft mit den Besucherzahlen, sind es eventuell nur 400.000 bis 600.000 Euro“, sagt Senne. Davon werden dann noch die Regresszahlungen abgezogen.
Senne bleibt optimistisch: „Die Besucherzahlen werden sich schnell wieder einpendeln.“ Das Leuze habe eine treue Stammkundschaft, und viele der abgewanderten Gäste würden zurückkommen. „Das Mineralwasser ist den Stuttgartern wichtig, und das haben andere Schwimmbäder nicht.“





