Stuttgart - Seit Sommer 2012 fahnden deutsche Sicherheitsbehörden nach dem ehemaligen Rapper Denis Cuspert. Die Stuttgarter Nachrichten fanden ihn im ägyptisch-libyschen Grenzgebiet.

Der deutsche Islamist Denis Cuspert, nach dem die deutschen Sicherheitsbehörden seit vergangenem Sommer fahnden, lebt im ägyptischen Marsa Matrouh. Bei Recherchen unserer Zeitung im ägyptisch-libyschen Grenzgebiet wurde der ehemalige Rapper in der 120.000 Einwohner zählenden Stadt entdeckt. Cuspert ist für Drohvideos verantwortlich, in denen im Dezember 2012 und im Januar angedroht wurde, Deutsche als Geiseln zu nehmen und Anschläge mit Autobomben zu verüben.

Ägypten zunehmend Drehscheibe für Dschihad-Kämpfer

Diese Propaganda-Aktivitäten bergen für das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz die Gefahr, dass sich „Personen, die sich auf dem Weg der Radikalisierung befinden, animiert fühlen könnten, Selbstmordanschläge oder Attentate nach dem Muster“ des Frankfurter Flughafenattentäters Arid U. zu verüben. „Es ist zu befürchten, dass sich Ägypten zunehmend zu einer Drehscheibe für Dschihad-Kämpfer entwickelt“, sagte die Sprecherin des Verfassungsschutzes. Der Salafismus-Experte Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik warnt vor einer „neuen, bedrohlichen Phase des Dschihadismus“ in Deutschland. Diese werde zu „einer ganz neuen Herausforderung für unsere Sicherheitsbehörden werden“.

Frühere Staatsschützer der ägyptischen Polizei und Einwohner Matrouhs identifizierten auch einen Pforzheimer sowie zwei nordrhein-westfälische Salafisten, die sich im Sommer vergangenen Jahres für mehrere Wochen in der Stadt aufgehalten haben. In der Region betreibt die Terrorgruppe Ansar-Ash-Sharia augenscheinlich ein Ausbildungslager, in dem zurzeit acht deutsche Dschihadisten trainiert werden. Sie werden dabei offenbar aus Libyen unterstützt.