
Kreis Rottweil (wis). Der Anrufbus im Kreis Rottweil ist ein Kapitel, zu dem die Einschätzungen nach wie vor auseinandergehen.
Während die Kreisverwaltung von einer "reibungslosen und nahezu beschwerdefreien" Einrichtung spricht, macht CDU-Kreisrat Eberhard Pietsch keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit dem Gesamtkonzept. So ersetze der Anrufbus insbesondere an Wochenenden den normalen Busverkehr. "Wir entlassen Konzessionsinhaber aus ihrer Pflicht, zu fahren", poltert Pietsch und verweist auf stark zurückgegangene Fahrgastzahlen. Die Fahrpreise seien hochgegangen, der Kundenkreis Schüler weitgehend weggebrochen.
Bernd Richter (ÖDP) kritisiert die "bewusste Minderung des Angebots aufgrund von Kostendeckelung. Werner Klank (SPD) moniert mit Blick auf Zuganschlüsse Fahrplan-Unstimmigkeiten in Hornberg.
Monika Mayr, die für den Nahverkehr zuständige Dezernentin beim Landkreis spricht von einem für Kosten von 260 000 Euro grundsätzlich guten Paket, durch das – ferngesteuert von einer Anrufzentrale in Dortmund – die Kunden bedient werden. Nahverkehrsberater Hartmut Jaißle sichert hinsichtlich der monierten Fahrplanmängel eine Überprüfung zu. Und Landrat Wolf-Rüdiger Michel betont die Absicht, abends auf den Hauptachsen wieder verstärkt Linienbusse in Fahrt zu bringen. Deswegen sollen auch die mit den Anrufbus-Betreibern vereinbarten Garantie-Kilometer zurückgefahren werden. Deshalb soll das Los für den Bereich Rottweil neu ausgeschrieben werden.
Denkanstöße: Diplom-Meteorologe Sven Plöger referiert im Kraftwerk zum Thema Klimawandel.