Rottweil-Zepfenhan Ohnmächtige Wut über Großgefängnis

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In Zepfenhan herrschte beim Gespräch der Gemeinderatsfraktion FFRundPRoFI eine explosive Stimmung. Foto: Schmidt

Rottweil-Zepfenhan - Die Enttäuschung in Zepfenhan ist groß. Seit Monaten kämpfen die Bürger gegen den Bau der Justizvollzugsanstalt (JVA) im Bitzwäldle. Doch was bleibt, ist ohnmächtige Wut.

Das Gasthaus »Ochsen« ist auch an diesem vierten Abend der Diskussionen der Gemeinderatsfraktionen mit den Bürgern gefüllt. Und die Stimmung ist erneut explosiv. Kaum eine Aussage der Vertreter des Forums für Rottweil (FFR) und der Politischen Rottweiler Fraueninitiative (PRoFI) bleibt unkommentiert, Pfiffe und Buh-Rufe gehlen durch den Raum. Teilweise nahm die Aggressivität Ausmaße an, die selbst manchen Zepfenhaner erschreckte. Doch verstehen konnten die Emotionen alle Bürger. Zum einen die Hinhaltepolitik der Stadtverwaltung, die im Übrigen auch von der FFRundPRoFI-Fraktion verurteilt wird, und dann die »Ohnmacht«, das Schlüsselwort an diesem Abend.

»Kein einziger Gemeinderat unterstützt uns«

Ohnmacht, betroffen zu sein, und nicht mitentscheiden zu können, ohnmächtig aushalten zu müssen, dass auch die »grüne Fraktion«, der vermeintliche Hoffnungsträger, das klare Nein zur JVA verweigert. »Kein einziger Gemeinderat unterstützt uns«, sagte ein Bürger verzweifelt, auch nicht Bernhard Pahlmann, der sich wie auch Max Burger teilweise emotional mitreißen ließ.

»Sie haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, grün zu denken. Ihre Politik steht für die Erhaltung der Natur«, versuchten die Bürger die Vertreter von FFRundPRoFI zu belehren. Doch Burger verneinte: »Unsere Politik steht auf mehreren Säulen.« So sprechen, laut Heide Friederichs vor allem sozialpolitische Erwägungen wie ein humaner Strafvollzug für den Bau des modernen Gefängnisses. Auch sehe sich die Fraktion in der Pflicht, die gegenüber dem Land getroffene Standortzusage auf der Gemarkung Rottweil einzuhalten.

Besonders hoch kochten die Emotionen beim Vergleich der Standorte Esch und Bitz­wäldle. Burger lehnte das Gewann Esch als möglichen JVA-Standort klar ab, weil es deutlich höherwertig einzustufen sei als das Bitzwäldle. Eine Aussage, die Ortsvorsteher Eugen Mager als »unverschämt und verletzend« kommentierte.

Eigene Haut werde nicht verkauft

Auch Pahlmanns Rat, die sich abzeichnende Tendenz für den Bau der JVA im Bitzwäldle wahrzunehmen, und die möglichen Chancen für eigene Forderungen zu nutzen, stieß auf Empörung. Die eigene Haut werde nicht verkauft, auch nicht für den schon lange ersehnte Busanschluss oder eine Radwegverbindung.

Nur der Zepfenhaner Ortschaftsrat Peter Bechthold erreichte eine gewisse Annäherung der »festgefahrenen Parteien«. Der Vorschlag zu Mediationsgesprächen stieß bei der Fraktion auf Unterstützung wie auch die Forderung, die Umweltverträglichkeit im Gebiet Bitz­wäldle vor der endgültigen Entscheidung des Gemeinderats zu prüfen. Auch wolle sich die Fraktion einsetzen, dass das Freigängerheim in die Innenstadt kommt, versicherte Friederichs. Doch erwartet sie, dass in Zepfenhan auch das Allgemeininteresse akzeptiert werde.

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