Rottweil "Werden keine Schule schließen" Trend zu größeren Einheiten

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Günter Herz (rechts) vom Staatlichen Schulamt in Donaueschingen hat an einigen Beispielen verständlich erklärt, was unter einer regionalen Schulentwicklungsplanung verstanden werden kann. Im Hintergrund Schulpräsident Rudolf Bosch (Mitte), Schulrätin Katharina Hirt und Martin Voßler, Regierungspräsidium Freiburg. Foto: Spathelf Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Klaus Spathelf

Schwarzwald-Baar-Kreis. "Wir vom Staatlichen Schulamt entscheiden nicht, ob eine Schule geschlossen werden muss. Das ist Sache des Schulträgers. Unsere Aufgabe ist es, im Dialog zwischen politischer Verantwortung und pädagogischer Notwendigkeit Argumente zu finden für eine gute Beratung."

Dem einen oder anderen Schulleiter wird bei diesen Aussagen ein Stein vom Herzen gefallen sein, denn bei manchen Zwischenfragen waren besonders von Gymnasial- und Berufsschulkollegen kritische Untertöne zu hören, was das beherrschende Thema der Gemeinschaftsschule betraf. Doch Schulpräsident Rudolf Bosch konnte ein ums andere Mal die Wogen glätten. "Eine regionale Schulentwicklung kann und wird es nur geben mit den Gymnasien und den beruflichen Schulen, wobei der Fokus im Anfangsstadium schon auf den Vollzeitschulen liegt."

Günter Herz hat zusammen mit seiner Kollegin Katharina Hirt an Hand einiger Beispielen exemplarisch gezeigt, wie die regionale Schulentwicklung in der Praxis funktionieren kann. Am Beispiel der Eschachschule in Dunningen konnte Schulrätin Hirt für die nächsten vier Schuljahre Zahlen vorlegen, die aufgrund einer gesicherten Datenlage eine stabile Zweizügigkeit bestätigten. Ein wichtiges Kriterium für die Existenz einer Gemeinschaftsschule. Mit kühlem Kopf und nicht mit dem Schwert werden daraufhin mit allen Beteiligten die Gesprächsrunden begonnen.

Die Zielsetzungen der regionalen Schulentwicklung konnten nach diesen Beispielen auch konkreter gefasst werden. Wichtigstes Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern in zumutbarer Erreichbarkeit von ihrem Wohnort einen Bildungsabschluss entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten zu ermöglichen. Es geht nur im Interesse der Kinder, langfristig leistungsstarke und effiziente Schulstandorte zu sichern. Es sollen Schulen geschaffen werden, die aufgrund ihrer Größe sehr gute pädagogische Bedingungen anbieten können und langfristig die notwendige Effizienz beim Personaleinsatz gewährleisten können.

Demgegenüber können kleine Schulen nur in geringerem Umfang pädagogische Angebote machen. Zudem können auftretende Personalengpässe etwa bei Erkrankungen eines Lehrers an größeren Schulen besser ausgeglichen werden. Schulpräsident Rudolf Bosch hat besonders betont, dass "die regionale Schulentwicklung eine grundlegende Umorientierung weg von einem Denken in Schularten mit sich bringt. Diese Umorientierung trägt auch dazu bei, dass gerade in ländlichen Gegenden Schulstandorte unter Wahrung ihrer pädagogischen Qualität erhalten werden können."

Die Veranstaltung in Donaueschingen ist die dritte von insgesamt fünf Auftaktveranstaltungen im Einzugsbereich des Regierungspräsidiums Freiburg. Schulpräsident Bosch sieht die Veranstaltungen als Startschuss für einen längerfristigen Prozess, der als Dialog- und Beteiligungsverfahren konzipiert ist, wobei die Initiativrichtung von unten nach oben zeigt.

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