
|
|
Bild 1 von 2 |
|
Rottweil - Ab Februar laufen auf dem Gebiet der ehemaligen Pflug-Brauerei in Rottweil die Baumaschinen warm. Die Waldorfschule wird umziehen und zukünftig Platz für rund 250 Schüler bieten.
Die Verhandlungen über den Kauf des 16.000 Quadratmeter großen Grundstücks am Pflugbuckel (Engelshalde) sind bereits abgeschlossen und im Februar sollen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt beginnen. Dieser beinhaltet den Bau eines zweistöckigen Unterstufengebäudes mit acht Klassenräumen. "Unser Ziel ist es, im September 2012 hier unterrichten zu können", äußert sich Christoph Sander aus dem Vorstand des Trägervereins Waldorfschule Rottweil zum voraussichtlichen Bauende.
Parallel dazu wird das ehemalige Brauereigebäude bis auf die Grundplatte abgerissen. Hier soll das Hauptgebäude des neuen Schulgeländes entstehen, der Abschluss des Bauarbeiten wird hier im Frühling 2013 erwartet.
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt sind auf insgesamt 4,5 Millionen Euro angesetzt: 1,5 Millionen kostet das Unterstufengebäude, 3 Millionen das Hauptgebäude. Die Schulbauförderung des Landes bezuschusst das Großprojekt mit 1,4 Millionen Euro. Diese werden über zehn Jahre hinweg in jährlichen Raten von 140 000 Euro ausgezahlt. Die Waldorfschule muss somit einen großen Brocken der Kosten vorstrecken. Die Bankfinanzierung wird laut Sander momentan geklärt. Über Spenden und Drittgelder konnten zusätzlich 400 000 Euro gesammelt werden.
Im Schuljahr 2014/15 soll mit dem zweiten Bauabschnitt, der Errichtung eines Mittelstufengebäudes, begonnen werden. Als geplanter Abschluss steht der Bau des Oberstufengebäudes an. Hierfür ist jedoch noch kein Baubeginn geplant. Der Stuttgarter Architekt Gregor Hafner wurde mit der Planung des Gesamtkomplexes beauftragt, Ausschreibungen und Bauvergaben werden im Dezember beginnen. In Sachen Innenausbau zeigt sich die Waldorfschule engagiert: Nur 30 Prozent werden hier die Arbeiter erledigen, die restlichen 70 Prozent sollen über Jahre hinweg in Eigenleistung – vor allem durch fleißige Elternhände – entstehen.
Im jetzigen Schulgebäude sind vier Klassen mit insgesamt 69 Schülern untergebracht. Doch die Waldorfschule wächst stetig: "Jährlich kommt bei uns eine Klasse dazu, das würde dann einfach zu eng werden", betont Vorstandsmitglied Sander die Gründe, die für den Neubau sprechen. In der neuen Schule können dann zukünftig 13 Klassenstufen untergebracht werden, rund 250 Schüler finden hier Platz.
Der Gebäudekomplex der Waldorfschule wird jedoch nicht das komplette Areal am Pflugbuckel ausfüllen. Der obere Abschnitt befindet sich noch im Besitz der Familie Mayer und laut Sander laufen die Überlegungen, "dieses Gelände zum Wohnungsbau zu erschließen". Er betont jedoch, dass das zukünftige Schulgebiet auf jeden Fall sein einheitliches Gesicht und seinen eigenen Charakter bewahren sollte.
Denkanstöße: Diplom-Meteorologe Sven Plöger referiert im Kraftwerk zum Thema Klimawandel.