Von Holger Rohde

Lange Gesichter beim FV 08 Rottweil: Der Trainerwechsel trägt (noch) keine Früchte. Gegen den FC Rottenburg gab es für die Nullachter mit der dritten Heimnniederlage einen herben Genickschlag.

"Dieses 3:4 ist wirklich bitter, weil es völlig unnötig war", zeigt Interimstrainer Udo Leopold auf. Der Spielverlauf gibt ihm Recht: "Die erste Halbzeit war eine echte Katastrophe. Da habe ich gedacht, ich sehe nicht richtig. Nichts was wir uns vorgenommen haben, wurde umgesetzt. In der Halbzeit bin ich in der Kabine richtig laut geworden und habe die Spieler an ihrer Ehre gepackt." Zu diesem Zeitpunkt führte Rottenburg mit 2:0. Nach dem Wechsel fruchtete die Ansprache zumindest 35 Minuten lang: "Da haben die Jungs super gespielt. Wir hatten Chancen um Chancen. Trotz dem neuerlichen Gegentor zum 1:3 haben sie nicht aufgegeben. Wir waren die ganze Zeit dem 2:2 und nach der tollen Aufholjagd zum 3:3 dem 4:3-Siegtor absolut näher."

Warum hat es dann nicht gereicht? "Die Fehler die wir machen, sind schon bitter. Die ersten beiden Tore fallen nach Ecken, das 3:4 aus einem Einwurf – also drei Standardtreffer. Und dem 1:3 geht ein klares Foul an Hannes Friedrich voraus. Ich weiß da nicht, welcher klareren Beweise es noch braucht, als eine blutige Nase vom Ellenbogen des Gegenspielers. Mehr brauche ich dazu nicht sagen", will Leopold aber die Gesamtlage nicht zu beschönigen.

"Wir stehen in der Tabelle in der Abstiegszone, müssen kleine Brötchen backen und es gilt alles zu unternehmen, da wieder rauszukommen. Mich interessiert dann eben nicht, was für Namen wir im Kader haben, in welcher Liga die vorher spielten oder welches Potenzial wir haben. Qualität gibt es nicht auf dem Papier, sondern nur in gezeigten Leistungen auf dem Platz. Die Mannschaft lebt, dies hat sie nach der Pause und dem 1:3 gezeigt. Wenn sie diese Tugenden jetzt in den nächsten beiden Spielen an den Tag legt, wird sie belohnt und wir gewinnen Spiele wieder."

Eine weitere aufbauende Randnotiz: Der verletzte Torjäger Levent Üner wollte unbedingt beim Team sein, "er sagte mir zu mir, er will in jedem Fall als 16. Mann auf die Bank und nah am Geschehen sein. So etwas finde ich Klasse und zeigt seine Einstellung zur Situation, weil er gerne auf dem Platz geholfen hätte", so Udo Leopold.