
Von Mario Hansert Ex-Weltmeister Daniel Unger konnte seinen Vorjahressieg bei der zweiten Auflage des Bundesliga-Triathlons am Gifiz nicht wiederholen. Sein Hansgrohe Team Schwarzwald wurde hinter Sieger TV Buschhütten Zweiter.Eine Reifenpanne kurz vor dem Wechsel von der 20 Kilometer langen Radstrecke auf den Laufparcours (fünf Kilometer) brachte den 32-jährigen Unger ins Hintertreffen.
Bei der zuschauerfreundlichen Super-Sprintdistanz war dies nicht mehr wettzumachen, zumal sich an der Spitze der Franzose Frédéric Belaubre (Buschhütten) und der Neuseeländer Tony Dodds (Darmstadt) einen hochklassigen Schlagabtausch lieferten. Beide setzten sich nach dem Radfahren aus einer zehnköpfigen Spitzengruppe ab. Auf den letzten Metern zermürbte der laufstarke Dodds seinen ärgsten Widersacher.
Organisator Jörg Scheiderbauer war über den Ausgang des Bundesliga-Rennens nicht sonderlich überrascht – zumal das Zugpferd Daniel Unger im Vorfeld sieben Wochen lang wegen eines Muskelfaserrisses außer Gefecht und offensichtlich noch immer gehandicapt war: "Tony Dodds ist ein junger, starker Mann. Ihn und den Franzosen Belaubre musste man auf dem Zettel haben." Daniel Unger (Hansgrohe Team Schwarzwald) musste sich schließlich mit Platz 12 anfreunden. Nils Frommhold wurde Dritter, Claud Ekstreen (beide Asics Team Witten) und Dave Matthews (Hansgrohe Team Schwarzwald) kam als Fünfter ins Ziel.
Dass es am Ortenberger Kreisel zwischendurch schepperte, gehört beim Triathlon offenbar zum Tagesgeschäft. Fünf Fahrer waren in einen Massensturz verwickelt, einer war kurz bewusstlos und so endete seine Schinderei nicht im noblen Dusch-Truck von Hansgrohe, sondern im Krankenwagen und im Offenburger Klinikum. "Alles halb so wild, das sind harte Burschen." Jörg Scheiderbauer blieb ganz gelassen und konnte am Sonntag bestätigen, dass die Sache glimpflich verlief. Dennoch kam der Chef-Organisator, der sich auch für den Mountainbike-Weltcup verantwortlich zeichnet, zwischendurch mächtig ins Schwitzen: "Eine Triathlonveranstaltung auf die Beine zu stellen ist ein riesengroßer Aufwand. Im Vorfeld war viel zu tun, aber wir sind sehr zufrieden. Es gibt zwar immer noch Steigerungsmöglichkeiten, aber es wird immer besser."
Gleiches gilt für den Bundesliga-Frauenwettbewerb. Während im vergangenen Jahr die Schwedin Lisa Norden an der Spitze ein einsames Rennen bestritt, sorgten die Damen diesmal für einen extrem spannenden Wettkampf: Trotz des starken, sehr ausgeglichenen Feldes bildete sich etwa zur Hälfte der 750 Meter langen Schwimmstrecke eine zehnköpfige Spitzengruppe, die jedoch dicht gefolgt vom Rest des Feldes aus dem Wasser stieg. Auf der Radstrecke gelang es der Neuseeländerin Kate McIllroy (ALZ Sigmaringen), sich etwas vom Feld abzusetzen.
Beim Wechsel auf die fünf Kilometer lange Laufstrecke lag eine fünfköpfige Gruppe mit Vatlach Scarlat, Katrin Brunkhorst, Anne Haug, Sarah Fladung und Kate McIllroy in Front. Anne Haug (SYNERGY-SPORTS Team TV 1848 Erlangen) und Kate McIllroy bildeten bald die Spitze.
In einem packenden Zweikampf setzte sich Anne Haug als Siegerin des Hansgrohe World Supersprints 2010 vor Kate McIllroy durch. Dritte wurde Lena Brunkhorst (ASICS Team Witten).
Die Teamwertung der Männer entschied am Ende der amtierende Deutsche Meister, das EJOT Team TV Buschhütten, vor dem Hansgrohe Team Schwarzwald und dem Asics Team Witten für sich. Bei den Damen lag das ALZ Sigmaringen ganz vorn.