Von Holger Rohde

Enttäuschte Gesichter beim FV Tennenbronn: Die 0:4-Derbypleite gegen die U23 des FC 08 Villingen wirkte nach. Sieben Niederlagen in Folge und wieder vom Gegner eiskalt abgezockt.

"Der Knackpunkt war der Elfmeter. Ich bin mir sicher, wenn Markus Broghammer in der 73. Minute zum 1:1 trifft, gewinnen wir das Spiel. In dieser Phase waren wir besser und hatten Chancen. Danach bricht alles zusammen, die Jungs haben die Köpfe hängen lassen, dies war deutlich zu sehen", so Co-Trainer Eckhard Günter. Bei den Gästen standen sechs, sieben technisch versierte und schnelle Akteure auf dem Feld: Ein überragender Ali Sari, eine "Geschwindigkeitsrakete" Daniel Wehrle und der zweifache Torschütze Alexander Eßlinger.

Der Ex-Torjäger des BSV 07 Schwenningen sorgte mit seinem Doppelpack in weniger als 120 Sekunden zum 2:0 und 3:0 für die Entscheidung. Günter, früher selber ein listiger und treffsicherer Landesliga-Torjäger, sieht die Probleme: "Unsere jungen Spieler sind in erster Linie mit ihrer eigenen Leistung beschäftigt und da ist es schwer, die anderen noch zu führen." Somit fehlt es an Erfahrung, vor allem vor dem gegnerischen Tor ein echter Knipser.

"Ich mache unserer Mannschaft aber keinen Vorwurf, im Gegenteil, sie tun mir derzeit schon ein bisschen leid". In der Tat: Sieben Niederlagen in Folge sind ein hartes Brot, der Sturz auf den letzten Tabellenplatz die logische Folge. Nach dem 10. Spieltag sah alles mit nur drei Niederlagen, elf Punkten und Platz neun rosig aus. Jetzt ist Ernüchterung eingekehrt. Der "Schächle" ist eine Baustelle, schon die ganze Runde. Das Sportheim mit dem Kabinentrakt unter der Haupttribüne wurde nach dem Wasserschaden monatelang saniert. Ein kleiner Lichtblick: Nach dem Villingen-Spiel kommen in dieser Woche die provisorischen Umkleide-Container weg. "Da sind wir froh, dass sich die Gegner mit diesen Begebenheiten ohne zu murren arrangiert haben", zeigt Spielleiter Edgar Fleig auf. Vielleicht ein Zeichen, dass es bald mit dem FVT wieder aufwärts geht.

Ein Spiel steht nämlich noch an: Das Kellerduell beim FC Überlingen. "Obwohl mir schon lieber wäre, wenn in unserer Verfassung diese Woche der Schnee kommt und wir jetzt schon in die Winterpause könnten", macht Eckhard Günter kein Hehl daraus, dass der Aufsteiger dringend eine körperliche und mentale Pause benötigt, um für das Frühjahr seine letzten Kraftreserven nochmals mobilisieren zu können.