Rottweil - Großeinsatz auf der Rottweiler Charlottenhöhe: In der Nacht auf Freitag stand der Dachstuhl eines Hauses in der Titiseestraße in Flammen. Der Familie, die dort lebt, geht es gut – weil der Rauchmelder Alarm schlug.

Der Alarm ging um 5.17 Uhr los: "Offener Dachstuhlbrand in der Titiseestraße". Vier Minuten später waren Stadtbrandmeister Rainer Müller sowie sein Sohn und Stellvertreter Frank Müller vor Ort. Als sie eintrafen, loderten die Flammen meterhoch aus dem Dachstuhl des Einfamilienhauses. "Lichterloh hat es oben raus gebrannt", berichtet der Stadtbrandmeister. Dennoch: Die Familie, die dort wohnt, ist unverletzt.

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Ihr Lebensretter ist ein Rauchmelder. Das schrille Piepen des Geräts hatte das Ehepaar aus dem Schlaf gerissen. Gleich beim Aufwachen habe die Frau den Rauch gerochen, erzählt Müller. Vor Ort stellte der Stadtbrandmeister zunächst sicher, dass sich niemand mehr im Gebäude befand, dann bereitete er den Löschangriff vor, bis die Verstärkung eintraf.

"Wir haben einen sehr beherzten Innenangriff über das Treppenhaus gemacht." Zwei seiner Männer seien im Feuer gestanden bei Temperaturen zwischen 400 und 500 Grad Celsius. "Das war eine Glanzleistung", sagt Müller rückblickend. Ihre Uniformen haben das nicht überstanden, sie sind versengt. Allerdings konnten die Einsatzkräfte so das Feuer bekämpfen, ohne allzu viel Schaden durch das Löschwasser anzurichten. Parallel zu den Löscharbeiten saugten die Helfer das Wasser bereits ab.

Ergänzend forderte Rainer Müller Drehleiter und Hubarbeitsbühne an, um auch von oben den brennenden Dachstuhl zu löschen. Gerade in der Isolierung schwelten viele Glutnester. Diese wurden ständig mit der Wärmebildkamera kontrolliert, erklärt Rainer Müller. Um besser an sie heranzukommen, entfernte die Feuerwehr Dachbalken und Ziegel. Sie liegen nun zerschmettert in der Einfahrt des Hauses. Links und rechts des Firsts klaffen Löcher im Dach wie Wunden.

Müller: "Die billigste Lebensversicherung für den Menschen"

Die Rottweiler Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle, ein Übergreifen des Feuers auf Nachbarhäuser in dem dicht bebauten Gebiet verhinderte sie ebenfalls.

Insgesamt waren 56 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Deutschem Rotem Kreuz und der ENRW, die den Strom abstellte, vor Ort. Allein die Feuerwehr war mit sieben Fahrzeugen angerückt.

Noch ist nicht klar, was die Ursache für den Brand ist. Offensichtlich brach er allerdings im Zimmer des 13-jährigen Sohnes aus. Wo sich dieser zu dem Zeitpunkt aufhielt, konnte die Feuerwehr gestern noch nicht sagen. Allerdings ist auch er unverletzt. Der Schaden am Gebäude dürfte sich nach ersten Erkenntnissen auf rund 100 000 Euro belaufen.

Die Familie hatte Glück im Unglück: Zum einen ist das Erdgeschoss ihres Hauses trotz des Brands noch bewohnbar, zum anderen hat der Rauchmelder ihnen das Leben gerettet. Das bestätigt, was Rainer Müller seit jeher predigt: "Die billigste Lebensversicherung für den Menschen ist ein Rauchmelder."