Rottweil - Mit der Umgestaltung Rottweil-Mitte nahm sie Fahrt auf – die Diskussion ums Parken in der Stadt. Und trotz vieler Zwischenstopps kam sie seither nicht mehr so richtig zum Stehen.

Mitte März wird sich der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats mal wieder mit dem Parkierungskonzept befassen. Dann stellt das Ludwigsburger Büro Kölz seine Erkenntnisse aus der neuerlichen Zählung vor. Der interne Arbeitskreis mit Vertretern der Fraktionen, der Stadtverwaltung sowie des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV) wurde am 20. November informiert.

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Ein Blick zurück: Erste Maßnahmen für das Kurzzeitparken im Stadtzentrum sind – angehängt an die Neugestaltung der Stadtmitte – bereits umgesetzt. Am 21. September 2011 waren diese Schritte wie die Einführung der Brezeltaste oder der Reduzierung der Höchstparkdauer vom Gemeinderat beschlossen worden. Nach Kritik aus den Reihen des GHV hat Oberbürgermeister Ralf Broß Mitte des vergangenen Jahres nochmals bekräftigt, dass das Konzept des Büros Kölz bewusst in zwei Phasen aufgeteilt sei.

Nach den Kurzzeitparkern geht es nun also im zweiten Schritt um die Dauerparker. Gunter Kölz hatte deshalb im September ein weiteres Mal seine Zähltrupps losgeschickt, um alle öffentlich zugänglichen Parkplätze zu überprüfen. Eine Erkenntnis aus Runde zwei klingt bekannt: "Wir haben genug Stellplätze." Das gilt offenbar, so ist aus den Reihen des internen Arbeitskreises zu hören, also auch in Bezug auf das Angebot für Dauerparker – zumindest was den Norden von Rottweils Innenstadt betrifft. Auch wenn in der Zwischenzeit der Vorschlag der Planungsgruppe Kölz, die privaten Plätze beim Culinara öffentlich nutzbar zu machen, buchstäblich in die Schranken verwiesen worden ist. Für die Freifläche am Parkhaus Stadtmitte hingegen laufen die Gespräche noch.

Nachfrage nach Stellplätzen größer als Angebot

Im Süden hingegen ist die Nachfrage nach Stellplätzen größer als das Angebot. Nicht von ungefähr kreisen deshalb Gedanken um ein Parkdeck auf der Groß’schen Wiese oder eine schonende Lösung für den Roßwasen. Bereits im vergangenen Jahr hat Broß Varianten durchrechnen lassen für bis zu 140 zusätzliche Plätze auf der Groß’schen Wiese. Mit dem allgemeinen Titel "Parkierungsmöglichkeiten" sind im Entwurf des Haushaltsplans, der morgen Abend verabschiedet werden soll, rund 4,5 Millionen Euro zu finden. Konkretes soll sich hinter dieser "Hausnummer" (Bürgermeister Werner Guhl) noch nicht verstecken.

Verknüpft mit dem Parkierungskonzept gehören nach Auffassung der Stadtratsfraktion FFRundPRoFI die Überlegungen rund um zwölf Stellplätze, die bei der Duttenhofer-Anlage an der Königstraße entstehen sollen. Sie sollen zehn Plätze ersetzen, die durch die Verlegung des zentralen Busumsteigeplatzes zwischen Wilhelm- und Lorenz-Bock-Straße wegfallen. Solche Ideen versetzen die Verteidiger der Parkanlage bereits wieder in erhöhte Alarmbereitschaft in Sorge um den mehr als 100 Jahre alten Baum- und Strauchbestand, der sogar detailliert kartografiert ist.

Auch mit Blick auf die künftige gastronomische Nutzung, die in der Villa Duttenhofer absehbar wieder Einzug halten soll, sieht FFRundPRoFI Koordinierungsbedarf – und fordert immer wieder ein Konzept aus einem Guss statt Stückwerk.