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Kreis Rottweil Notbremse legt Zugverkehr lahm

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Diese Bahnfahrgäste warten am Oberndorfer Bahnhof darauf, ihre Reise endlich fortsetzen zu können Foto: Danner

Kreis Rottweil - Ein versehentlicher Griff zur Notbremse hat am Freitagmorgen den Eisenbahnverkehr zwischen Rottweil und Sulz stundenlang lahm gelegt. 80 Fahrgäste mussten sogar aus dem stehenden Zug evakuiert werden.

So viele Menschen auf einmal hat Talhausen selten gesehen: Nachdem ihr Zug fast zwei Stunden lang am Bahnübergang gestanden hatte, mussten die Fahrgäste – teils über Leitern – aussteigen und sich in Richtung Dorfmitte aufmachen. Dort versammelten sich 80 Reisende und warteten auf Busse, die sie nach Oberndorf bringen sollten.

Fahrgast hat sich "1000 Mal entschuldigt"

Grund für den Stillstand war laut Auskunft von Werner Graf von der Pressestelle der Deutschen Bahn ein Missgeschick. Ein Fahrgast hatte im Regionalzug aus Versehen die Notbremse gezogen. "Er hat sich wohl 1000 Mal entschuldigt", berichtete Graf im Gespräch. Und normalerweise lässt sich so ein Fehlgriff innerhalb einer gewissen Zeitspanne auch wieder ausbügeln. Am Freitag allerdings sorgte das Auslösen der Notbremse dafür, dass es am Regionalzug zu einem technischen Defekt kam – nichts ging mehr.

Während ein Teil des Zugs, dessen Technik noch funktionierte, rückwärts wieder nach Rottweil rollte, musste im anderen die Menschen aussteigen. Kein leichtes Unterfangen am Bahndamm, zumal der Waggon in der Neigung stand. Über Leitern wurden die Menschen aus ihrer Notlage befreit, berichtete Alexander Heim, Kommandant der Epfendorfer Feuerwehr.

Neben der Wehr war auch die Landespolizei vor Ort und versuchte die Evakuierung in geregelte Bahnen zu lenken. Etwas orientierungslos standen die Zugreisenden schließlich in Talhausen, bis sie von Bussen aufgesammelt wurden. Einige hatten bereits zu Hause angerufen und sich abholen lassen. Andere hofften auf eine Weiterfahrt ab Oberndorf. Doch auch diese gestaltete sich schwierig. Eine Reisegruppe mit einer älteren Dame etwa blieb in Oberndorf am Bahnsteig stehen. Die gehbehinderte Frau konnte nicht schnell genug laufen, um die Eisenbahn noch zu kriegen.

Und als ob der technische Defekt nicht schon für genug Verspätungen gesorgt hätte, kam noch ein weiterer Vorfall dazu, der für zusätzliche Wartezeiten sorgte. Denn kaum war die Epfendorfer Feuerwehr wieder abgezogen, mussten die Wehrleute erneut in ihre Fahrzeuge steigen. In der Nähe des Bahndamms hatte ein Rentner etwas verbrannt. Sein Feuer geriet außer Kontrolle und breitete sich bis zum Gleisbereich hin aus.

Die Feuerwehr musste erst mal löschen, der gerade wieder angelaufene Zugverkehr geriet erneut ins Stocken. Schlussendlich waren zehn Züge von der Misere betroffen. Darunter auch zwei Intercitys – einer auf dem Weg von Stuttgart nach Zürich und einer in der Gegenrichtung. Da es in diesem Bereich nur ein Gleis gibt, mussten alle stehen bleiben. Sechs Teilausfälle hatte die Deutsche Bahn deshalb auf dem Streckenabschnitt zu verzeichnen. Die durchschnittliche Wartezeit für die Fahrgäste lag bei 50 Minuten. Manche standen aber auch mehr als zwei Stunden.

Ob der Griff zur Notbremse für den "Übeltäter" Konsequenzen hat, müsse noch geprüft werden, erklärte Werner Graf. Schließlich seien jede Menge Kosten entstanden. Die eingesetzten Busse müssen bezahlt werden, den Fahrgästen stehen zum Teil Entschädigungen zu.

Besonders bitter war die verkorkste Bahnreise für einen Mann, der am Oberndorfer Bahnsteig stand und darauf wartete, dass sein Zug weiterfuhr. Ohne große Ankündigung setzte der sich schließlich in Bewegung – ohne den Mann. Sein Koffer war allerdings noch drin.

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Armin Schulz

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