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Rottweil - Der 20. Kabisball in der Rottweiler Altstadt stand ganz im Zeichen der Veränderungen. Der Leiter, der Kopf, der seit 20 Jahren unermüdliche Organisator und Ansager des Altstädter Balls, Roland Vogel, verabschiedete sich von seiner geliebten Bühne und nahm das Rössle (ob es will oder nicht) gleich mit.
Doch so groß die Wehmut des Publikums auch war, Sorgen um die Zukunft des Balls muss sich keiner machen. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Dominik Vogel glänzte bei "Musik ist Trumpf" als Florian Silbereisen und auch viele andere Sprösslinge bekamen das komödiantische Talent und das sichere Auftreten der Zunftmänner offensichtlich in die Wiege gelegt.
Die Programmpunkte waren wie gewohnt in ihrer Unterhaltsamkeit kaum zu überbieten und so mancher vergoss nicht nur Tränen, ob der Abschiede, sondern vor allem vor Lachen.
Absoluter Höhepunkt war jedoch der letzte Auftritt. Obwohl ein griechischer Marathonläufer das Altstädter Publikum permanent über den Wahlverlauf der Mutterzunft informierte, erwartete wohl keiner, dass der neu gewählte Narrenmeister postwendend Sehnsucht nach den Altstädtern verspürt. Kennzeichnete doch ein anderer hoffnungsvoller Kandidat noch eine Stunde zuvor die Altstädter als "Querulanten und uneinsichtige Wesen". Doch Christoph Bechthold kam. In einer Sänfte, unter den Klängen von Fanfaren und Jubelgesängen, vom Narrenmeister Helmut Sauter auf Knien empfangen und von einem Fernsehsprecher (Kajetan Spreter) als Gottgleich verehrt, zog in die Altstädter Halle ein. Gleichwohl: Eine kleine (große) Finte konnten sich die Kabisköpfe trotzdem nicht verkneifen. Beim Eintrag ins goldene Narrenbuch – dessen Existenz bislang völlig unbekannt war – unterschrieb der Neue nicht das Erhoffte, sondern genehmigte vielmehr, dass beim 100-jährigen Jubiläum der Kabiszunft, das Narrentreffen mit den Schwesterzünften und auch anderen Zünften in der Altstadt stattfindet.
Denkanstöße: Diplom-Meteorologe Sven Plöger referiert im Kraftwerk zum Thema Klimawandel.