Rottweil Nach OB-Wahl Sprung auf neue Liste

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Anstoßen auf eine neue Runde: 20 Jahre ist Forum für Rottweil kommunalpolitisch aktiv. Das Bild zeigt Mitglieder der Gruppierung bei einem Rück- und Ausblick gestern im Café Herz. Im Bild (von links): Enikö Riek-Nagy, Michael Leibrecht, Elke Reichenbach, Max Burger, Heide Friederichs, Hans-Martin Schneider. Sitzend: Bernhard und Gesine Pahlmann. Foto: Scheidel Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Winfried Scheidel Rottweil. Was hat die Oberbürgermeisterwahl 1993 mit der Gründung der kommunalpolitischen Rottweiler Gruppierung Forum für Rottweil (FFR) zu tun? Bernhard Pahlmann hatte nach der Ära Regelmann bei der OB-Wahl ‘93 gegen den von der CDU auf den Schild gehobenen Kandidaten Michael Arnold aus Freiburg zwar keine wirkliche Chance, doch die 18 Prozent im ersten Wahlgang bedeuteten für den damaligen Rottweiler SPD-Gemeinderat einen schönen Achtungserfolg. Mit diesen Lorbeeren im Rücken hatte Querdenker Pahlmann bald ein wackeres Grüpplein um sich geschart, um künftig abseits der Rottweiler Sozialdemokraten kommunalpolitisch Flagge zu zeigen. Am 12. Juni 1994 heimste FFR auf Anhieb drei der 26 Gemeinderatssitze ein.

An einem Aschermittwoch war FFR gegründet worden. Folgerichtig wurde gestern im Café Herz von einigen Protagonisten ein wenig Einkehr gehalten. Sprecherin Elke Reichenbach verwies auf das Selbstverständnis der Gruppierung. Themen wie Bürgernähe, Transparenz und soziale Politik seien ihr damals wie heute wichtig. Die Stilllegung der Rhodia im Neckartal und die damit verbundene Forderung zur Schaffung der Stelle eines Wirtschaftsförderers, die Schaffung eines Stadtbusses, die Stärkung von Eigeninitiativen im Kulturbereich sowie die stärkere Berücksichtigung der Interessen von Alten, Jungen und sozial Schwachen seien im Gründungsjahr ganz oben auf der Agenda gestanden.

Erinnert wird auch an von anderen am Ratstisch mit Kopfschütteln begleiteten Vorstößen wie zur Einrichtung von Kreisverkehren und Tempo-30-Zonen. Heute sei die ampellose Verkehrslenkung anerkannt wie noch nie. Selbst vor Tempo-20-Zonen schrecke die Stadt nicht mehr zurück, wird genüsslich festgestellt, dass eine "kritisch-konstruktive Opposition" durchaus den Boden für die Begehung neuer Wege bereiten kann.

Gemeinderätin Heide Friederichs, die sich – mit Blick auf die FFR-Gründung – vor 20 Jahren zusammen mit Pahlmann von der SPD verabschiedet hatte, hat zusammen mit ihrem langjährigen kommunalpolitischen Weggefährten beim Marsch durch die beiden Dekaden viel erlebt. So wurde zeitweise in einer Fraktion mit den Grünen agiert, die auch mit dem Namen Grün-Alternative-Liste (GAL) auftraten. Später kam es mit der Politischen Fraueninitiative (PRoFI) sogar zu einem Fraktions-Dreierpack.

Und nun? Nachdem PRoFi sich aus einer weiteren Gemeinderatsarbeit verabschiedet hat und die Grünen nach längerer Pause wieder mit einer eigenen Liste ins Rennen um Gemeinderatssitze gehen? Bei FFR wird Gelassenheit demonstriert. Konkurrenz belebe das Geschäft.

Keck wird gehofft, dass es nach der Gemeinderatswahl am 25. Mai in Sachen Ergebnis ein Déjà-vu mit dem 12. Juni 1994 ergibt. Sollte sich dann unter den neuen Gemeinderäten mindestens eine FFR-Frau befinden, würde dies allerdings einen deutlichen Unterschied zu damals ausmachen. Bernhard Pahlmann, Franjo Senge-Kolb und Reiner Hils waren im Namen von FFR gewählt worden. Mit Heide Friederichs durfte die erste FFR-Frau erst einige Monate später für den ausscheidenden Hils nachrücken.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrung habe sie später sehr die Entstehung von PRoFI begrüßt, bekannte Friederichs gestern im Angesicht eines verdutzten Bernhard Pahlmann, der sich bis heute ein wenig darüber ärgert, dass damals einige ambitionierte Frauen ins Lager der reinen Frauenliste überliefen.

In den Wahlkampf 2014 zieht Forum für Rottweil mit 26 Kandidaten, elf Frauen und 15 Männer. Auf der FFR-Liste stehen neben der Forumssprecherin Elke Reichenbach neue Namen wie Bastian Stieren, Lorenz Harder, Anja Klingelhoefer und Michael Gandhi. Daneben finden sich auch altbekannte Forumsaktive, etwa Heide Friederichs, Michael Leibrecht, Reiner Hils und Max Burger. Die Listen-Platzierung entscheidet sich bei der Nominierung am 11. März. Die Kandidaten (alphabetisch) sind: Claudius Angele, Max Burger, Daniela Dom, Johannes Dürr, Heide Friederichs, Michael Gandhi, Renate Greve, Monika Heidger, Mona Heidger, Lorenz Harder, Reiner Hils, Markus Klemt, Anja Klingelhoefer, Michael Leibrecht, Uwe Loschen, Gerhard Mauch (Gischbl), Monika Nagel-Weitz, Turid Pfautsch, Mattias Porsche, Elke Reichenbach, Enikö Riek-Nagy, Hans-Martin Schneider, Martin Speckhardt, Bastian Stieren Elke Stofer und Axel Zyrewitz.

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