Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Rottweil Kreisrätin Hunds schmeißt Handtuch

Armin Schulz, vom 20.06.2011 05:56 Uhr
Ruth Hunds will nicht mehr Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag sein. Foto: Sikeler
Ruth Hunds will nicht mehr Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag sein. Foto: Sikeler

Rottweil - Erst Martin Maurer und Bernhard Schönemann (beide CDU), nun auch Ruth Hunds. Die SPD-Kreisräting gibt mit sofortiger Wirkung den Fraktionssitz ab. Damit zieht sie die Konsequenz aus den Querelen um die Klinikprivatisierung im Kreis Rottweil und den Streit innerhalb der Fraktion.

Ihre Erklärung im Wortlaut: "Mit sofortiger Wirkung trete ich als Fraktionsvorsitzende zurück. Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten und fehlende Akzeptanz über das Bieterverfahren und die Beschlüsse dazu und letztlich die Mehrheitssituation von 3 Ameos Befürwortern gegen 2 Helios- zerschnitten das Band. Nach wie vor stehe ich aus Gründen des Angebotsinhaltes zu meiner Entscheidung und werde dies auch in der SPD Fraktion weiter so vertreten.

Sachliche Argumentation nicht mehr möglich

Wenn ein Fraktionskollege mich als Heliosbefürworter öffentlich für befangen hinstellt, das Regierungspräsidium mit der Überprüfung beauftragt, Leserbriefe schreibt und die Entscheidungskompetenz der Heliosbefürworter anzweifelt, wenn sachliche Argumentation nicht mehr möglich ist, dann macht der Fraktionsvorsitz keinen Sinn mehr. Bleibt die Frage, wer für den Scherbenhaufen, dass in Schramberg keine stationäre Versorgung vorhanden sein wird, die Verantwortung übernimmt?

Wer fraktionsübergreifend Bieterwettbewerbe anzettelt, nach privaten Heilsbringern sucht, kommunale Lösungen zerredet, die Portalklinik schlecht macht und durch Taktieren und zeitliche Verzögerungen eine gemeinsame Lösung für den ganzen Kreis Rottweil vertut, der sollte sich hinterher auch fragen, wie erfolgreich war diese Politik für seine Wähler- und Raumschaft? Und welche Zitterpartien mussten die Mitarbeiter aller Krankenhäuser über Jahre im Kreis ertragen? Was blieb uns kommunalen Befürwortern noch übrig?

Oberndorf stieg verärgert aus, die Portalklinik wurde nicht akzeptiert und nach unsäglichen Diskussionen über eine vom Kreistag befürwortete Matrix blieben nur noch 2 private Bieter: einer mit klaren aber sehr herben strukturellen und personellen Folgen, doch plausiblem medizinischem Angebot und einer mit auch von vielen Fachleuten als unrealistisch bezeichnetem medizinischem Leistungsspektrum und einem Angebot mit vielen Einschränkungen.

Ab 1. Januar 2016 wäre von der Schließung von Fachabteilungen bis hin zu Standorten, mit der Begründung wirtschaftlich nicht tragbar, alles möglich.

Offen ist die Frage, was kosten die 2 Runden Bieterverfahren den Kreis Rottweil, sowohl materiell, substantiell und strukturell? Ein tiefer Graben geht nicht nur durch manche Fraktion, sondern auch durch die Bevölkerung des Kreises. Mit jedem Rechtsstreit, Schreiben an RP, Gerichte, Ministerien und Petitionsausschuss wurden Hoffnungen geweckt und Ängste geschürt, wie bei der Diskussion um die Notarztversorgung. Inwieweit materielle Interessen bedient werden mussten, sollte aber auch hier hinterfragt werden.

Ein Kreisrat verlor sein politisches Amt als Landtagsabgeordneter, weil er vor der Wahl offen zu seiner Meinung stand und mancher Sozialdemokrat kritisierte die Entscheidung von Genossen und vergisst, dass SPD Kreisräte für Bieterwettbewerbe stimmten um das Heil in der Privatisierung zu suchen. Wer glaubt, die zukünftige Gremiumsarbeit im Kreis gehe ohne Konflikte weiter, träumt meiner Meinung nach."

 

 

Kommentare (7)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
JUL
25
16:22 Uhr, geschrieben von einheimischer
Keine sachliche Diskussion möglich
keine sachliche Diskussion möglich, da kann ich nur lachen, das ist mit Frau Hunds eh nicht möglich.
JUN
20
15:50 Uhr, geschrieben von betroffenem Bürger
warum plötzlich so empfindlich?
Warum sind Sie plötzlich so empfindlich? Die Auswirkungen nach dieser Kreistagsentscheidung waren doch vorher schon absehbar. Schade, dass Sie nicht schon vor der Februar-Abstimmung Ihren Hut genommen haben. Dann hätte es für die Schramberger Bürger ein besseres Ergebnis gegeben. Wir hätten Sie und Ihre "soziale" Partei als Fürsprecher gebraucht und nicht als Verhinderer. Bürgermeister Acker und Dr. Schmid hätten Sie damals gleich mitnehmen können, denn diese haben ebenso nur an die Auslastung des eigenen KKH Oberndorf gedacht. Kaum zu fassen, dass sie nicht als befangen gegolten haben. Im übrigen - hätten Sie , Frau Hunds, wenn das KKH Oberndorf gefährdet gewesen wäre, sich nicht auch so für den Erhalt eingesetzt, wie Dr. Klank und die anderen Kreisräte aus der Raumschaft Schramberg dies taten? Nur eine Portalklinik für Oberndorf wäre doch für Sie ebenso inakzeptabel gewesen -oder?
JUN
20
10:04 Uhr, geschrieben von Kreisbürger
Rücktritt
Da ist wohl jemand seiner Abwahl Ende Juni zuvorgekmmen.
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  3
nächste
Polizei-Aktion gegen Dealer und Hehler
Spezialeinheiten durchsuchen 37 Objekte in mehreren Kreisen. Zwei Männer in Haft.
Moderator gibt spannende Einblicke
Bilder Denkanstöße: Diplom-Meteorologe Sven Plöger referiert im Kraftwerk zum Thema Klimawandel.
Telefon 0741 5318-40
Telefax 0741 5318-50
 
E-Mail
redaktionrottweil@
schwarzwaelder-bote.de

 

Städte
Landkreis Rottweil
» Nachrichtenüberblick aus dem Landkreis
  • Aichhalden
  • Bösingen
  • Deißlingen
  • Dietingen
  • Dornhan
  • Dunningen
  • Epfendorf
  • Eschbronn
  • Fluorn-Winzeln
  • Hardt
  • Lauterbach
  • Oberndorf a. N.
  • Rottweil
  • Schenkenzell
  • Schiltach
  • Schramberg
  • Sulz a. N.
  • Villingendorf
  • Vöhringen
  • Wellendingen
  • Zimmern
  • Zeitung in der Sc.
Anzeigen
Abo & Service
Anzeige
Anzeige
Nachrichtenticker
16:25   Treffen Merkel-Seehofer-Rösler für 4. Juni geplant
15:37   Löw plant gegen Schweiz mit Klose
15:34   Anwalt: Hells-Angels-Präsident weist Vorwürfe zurück
15:32   Hoch "Otto" kriegt Verstärkung - Sonne satt über Pfingsten
15:28   Wieder Festnahmen während ESC in Baku
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Angebot der Woche

Interaktiv
  • Umfrage
Unser Star für Baku - Roman Lob

Baku rüstet sich für den Eurovision Song Contest. Glauben Sie, dass Deutschlands Vertreter Roman Lob erfolgreich ist?

 
Ja, sein Beitrag klingt vielversprechend.
Nein, der kommt nicht mal unter die besten Zehn.
Mir egal, ich schau mir das nicht an.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter
  • Weblogs
Anzeigen
Anzeige
Hochwertige Fahrradteile im Fachhandel kaufen – finden Sie den passenden Fahrrad Rahmen für Ihr Bike.
Sporttabellen & Termine
Sonderthemen

Schwarzwäder Bote Mediengruppe   Partner    
  Gesundheitsnetzwerk Schwrzwald-Baar   Schwarzwald Tourismus