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Rottweil Klinik-Aus: 217 Mitarbeiter ohne Job

Armin Schulz, vom 14.09.2011 06:05 Uhr
Die Helios-Klinik Rottweil bleibt bestehen. Das Haus in Schramberg wird Ende des Jahres geschlossen. 217 Mitarbeiter verlieren ihren Job. 
 
 Foto: Otto
Die Helios-Klinik Rottweil bleibt bestehen. Das Haus in Schramberg wird Ende des Jahres geschlossen. 217 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Foto: Otto

Kreis Rottweil - Ein Streitpunkt im Zuge der Krankenhausschließung in Schramberg ist vom Tisch: Helios teilte mit, dass über den Sozialplan für die Mitarbeiter eine Einigung erzielt wurde. Doch in Schramberg gärt es weiterhin. Landrat Michel steht in der Kritik.

Einvernehmlich seien gestern die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und den Sozialplan wegen der Schließung des Schramberger Krankenhauses abgeschlossen worden, teilte der Berliner Konzern mit. Die förmliche Unterzeichnung werde in den nächsten Tagen erfolgen.

Aufgrund der umstrittenen Schließung des Krankenhauses Schramberg zum Jahresende werden insgesamt 217 Stellen entfallen. Das hatte der Kreistag Ende Februar nach einer mehrstündigen Debatte und einem heftigen Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Lösung entschieden.

Doch damit ist das Thema nicht erledigt. In Schramberg gibt es weiterhin Unmut. So hat Landrat Wolf-Rüdiger Michel einen Brief von Franz Moser erhalten. Moser ist Fachbereichsleiter bei der Stadt Schramberg.

Gravierende Einschnitte in der ambulanten Versorgung

Zusammen mit dem Ältestenrat des Gemeinderats wirft Moser Landrat und Kreisverwaltung schwere Versäumnisse vor. Man befürchte gravierende Einschnitte in der ambulanten Versorgung, vor allem was die ambulante Notfallversorgung anbelange.

Demnach fordert die Stadt Schramberg den Landkreis auf, zum Aufbau einer Notfallambulanz und eines ambulanten OP-Zentrums in Schramberg ähnlich wie andere Kreise beizutragen, um die durch die Schließung des Krankenhauses entstehenden Nachteile auszugleichen.

Helios selbst wartete gestern mit dieser Nachricht auf: Die Gespräche zwischen Klinikgeschäftsführung und Gesamtbetriebsrat seien im Juli aufgenommen worden. Die Verhandlungsparteien – die Klinikgeschäftsführung Rottweil einerseits, die Vertreter des Gesamtbetriebsrates andererseits – seien zu einer Einigung gekommen. Es sei gelungen, so Klinikgeschäftsführer Tobias Meixner in der Pressemitteilung, "einen Kompromiss zu finden, der den schwerwiegenden Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssen, so weit wie irgend möglich gerecht wird".

"Mit dem heutigen Tag und diesem Verhandlungsergebnis beenden wir die Ungewissheit für unsere Kollegen", wird Klaus-Peter Wagner, der Betriebsratsvorsitzende in Rottweil und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, zitiert.

Jürgen Roßmannek, Betriebsratsvorsitzender aus Schramberg, sagte: "Wir haben in den vergangenen zwei Tagen hart gekämpft, um für unsere Kollegen, die eine Kündigung bekommen werden, ein möglichst gutes Ergebnis zu erreichen".

Da die Sozialauswahl beide Standorte erfasst, sind sowohl Mitarbeiter aus Schramberg als auch aus Rottweil von diesem Personalabbau betroffen, so Helios.

Das Krankenhaus Rottweil gehört seit Mai zu den Helios-Kliniken. Das Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung verfügt über 264 Betten. In der Klinik mit ihren Fachabteilungen Innere Medizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Gefäßchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO-Heilkunde sowie Dermatologie wurden 2010 rund 10 000 Patienten stationär sowie rund 18 000 Patienten in der Ambulanz behandelt. Zur Kliniken-Gruppe gehören 64 eigene Kliniken, darunter 44 Akutkrankenhäuser und 20 Rehabilitationskliniken.

Kommentare (3)
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SEP
15
09:49 Uhr, geschrieben von emma frei
217 Arbeitsplätze futsch
mich interessiert, wie viele mitarbeiterinnen und mitarbeiter in absoluten zahlen ihren arbeitsplatz verlieren; ein Arbeitplatz kann ja von mehreren teilteitbeschäftigten besetzt werden; wie sieht denn die altersstruktur der gekündigten aus? und wie viele mitarbeiterinnen und mitarbeiter haben bereits ihre kündigung erhalten, weil ihr befristeter vertrag oder ihre probezeit nicht verlängert wurde? und wie viele werden weiterhin gekündigt werden? und im übrigen ist es schon zynisch zu behaupten, "die ungewissheit sei für alle Kollegen mit dem heutigen tag beendet"; ich behaupte, dass die ungewissheit für mindestens 217 kolleginnen/kollegen mit voller kraft zuschlägt; und es ist schon sehr traurig, dass dem betriebsrat gerade mal ganze zwei Tage blieben um sich für die interessen der zu kündigenden einzusetzen
SEP
14
21:55 Uhr, geschrieben von Die Volksunion
War ja klar
Dieser bedauerliche Fall sollte den Bürgern aus dem gesamten Kreis Rottweil die Augen öffnen. Hier wird Sichtbar welche Auswirkungen eine Privatisierung nach sich zieht. Es zeigt sich hier ganz klar dass ein an der Börse aktives Unternehmen sich ausschließlich an der Profitmaximierung orientiert und die sozialen Belange der Bürger und Mitarbeiter diesem nur im Wege stehen. Dieses Problem betrifft nicht nur Krankenhäuser sondern allen für die Grundversorgung der Bürger notwendigen Unternehmen wie z.B.: Die Post, die Telekom, die Bahn, sowie Strom-/Wasser- und Gasversorgung. Im Kreis Rottweil wurden sogar Rathäuser an private Investoren verkauft. Praktisch das gesamte Eigentum der Gemeinden und somit der Bürger wird verscherbelt. Immer öfters geschieht dies klammheimlich hinter den verschlossenen Türen der Gemeinde- und Stadträte. Der Bürger nimmt diese fatale Entwicklung leider erst wahr wenn er vor dem geschlossenem Posthäuschen steht oder nach einem Notfall 30 Minuten länger bis zum nächsten Krankenhaus fahren muß. Dann ist es allerdings zu spät. Wir von der NPD setzen uns als einzige Partei schon seit Jahren ernsthaft und aus voller Überzeugung dafür ein dass die Grundversorgung des Volkes in staatlicher Hand bleibt oder wieder zurückkehrt. Nur eine nationale Politik die sich für das Wohl ihrer Bürger einsetzt kann dieser schrankenlosen und räuberischen Globalisierung, die sich mittlerweile bis in die kleinsten Dörfer ausgebreitet hat, Einhalt gebieten.
SEP
13
19:52 Uhr, geschrieben von jens maihofer
Herzlichen Glückwunsch Fürst Michel!
217 Arbeitslose mehr im Kreis. Und das ohne eigenes Arbeitsamt, denn das ist inzwischen ja in VS. Welche Ironie. Aber hauptsache, der dicke A8 samt Chauffeur von Kreisfürst Michel fährt noch. Dann ist die Welt in Ordnung. Was mit dem Rest der Welt ist, ist latte.
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