Rottweil Kapuziner-Zahlensalat sorgt für Diskussionen

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Von Stefanie Siegmeier

Rottweil. "Nachvollziehbare Zahlen" bezüglich der Kapuziner-Mehrkosten vorzulegen, hatte Oberbürgermeister Ralf Broß vergangene Woche im Bauausschuss zugesagt, nachdem unterschiedliche Zahlen und immense Mehrkosten für massive Kritik am Fachbereich von Thomas Burzan gesorgt hatten.

Doch auch gestern Abend im Gemeinderat gab es Zahlensalat, sah doch die Kostenaufstellung der Architekten wieder anders aus, als die Kostenaufstellung, die die Verwaltung als Tischvorlage vorbereitet hatte. Hieran übten gleich mehrere Stadträte Kritik. Für das Zahlendurcheinander vergangene Woche hatte die Verwaltung eine Erklärung: Bei der Übertragung der Zahlen sei in die Aufstellung für den Bauausschuss wohl eine falsche Zahl hineingerutscht, so Burzan. Dies habe wohl damit zu tun gehabt, dass es einen Wechsel bei der Projektleitung gegeben habe und deswegen die falsche Zahl nicht aufgefallen sei. Dies wollte Walter Stegmann (Freie Wähler) so nicht durchgehen lassen: "Das darf nicht passieren. Das ist ein Bild von der Verwaltung, das in der Öffentlichkeit katastrophal ankommt." "Es war ein Versehen, dass diese Zahl in der Aufstellung war", versuchte OB Broß klarzustellen. Eine Kostensteigerung bei den Fenstern des Kapuziners gebe es nicht. "Wir sind einfach von unterschiedlichen Zahlen als Grundlage ausgegangen, aber das ist geklärt", so Broß. Geklärt schien dies für die Stadträte nicht zu sein. Sie kritisierten zudem auch, dass über die Mehrkosten in Höhe von 365 000 Euro lediglich die Projektgruppe und nicht der Gemeinderat informiert worden sei. "300 000 Euro Mehrkosten haben nix in der Projektgruppe zu suchen", sagte Peter Schellenberg, der sich bereits im Bauausschuss darüber empört hatte, dass dem Ausschuss plötzlich Baukosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro, statt der ursprünglich veranschlagten 6,2 Millionen Euro präsentiert wurden. "Warum wird man hier nicht zeitnah informiert, wenn es um Mehrkosten geht?", wollte er wissen. Es hätte immer zwei Wege gegeben. Zum einen, die Kröte zu schlucken, oder es so anzugehen wie ein Häuslebauer, der ein festes Budget hat und damit zurecht kommen muss. "Der überlegt nämlich, wenn er bei einem Gewerk höhere Kosten hat, wo er sie woanders wieder einsparen kann", übte Schellenberg Kritik an sorglosen Kostensteigerungen. Heide Friederichs (FFR/PRoFI) schloss sich der Kritik an und monierte die erneut undurchsichtige Tischvorlage. Bei so viel Kritik platzte OB Broß sichtlich der Kragen: "Versuchen sie doch nicht mehr draus zu machen, als es ist. Sagen Sie es doch, wenn Sie etwas gegen den Kapuziner haben."

Nach heftigen Diskussionen stimmten die Räte schließlich den Mehrkosten in Höhe von 365 000 Euro zu.

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