Rottweil In kleinen Schritten zum Parkplatz

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Hier also, in der Duttenhofer Anlage, sollen zwölf neue Parkplätze entstehen. Der Fraktion FFRundPRoFI gefällt das gar nicht. Foto: Nädele

Rottweil - Wenn die Eier legende Wollmilchsau auch noch Parkplätze gebären könnte, dann wäre dieses Geschöpf in Rottweil gut zu gebrauchen. Damit ist zum Thema Parken in der Stadt eigentlich alles gesagt, oder?

Nein, natürlich nicht. FFRundPRoFI, der Fraktionszusammenschluss zwischen Forum für Rottweil und Politische Rottweiler Fraueninitiative, hat auch hier, zur Parksituation in der Stadt, etwas mitzuteilen. Und zwar so viel, dass ein Antrag allein nicht reicht. Es müssen gleich zwei sein. Und eine Demonstration dazu.

Der erste Antrag datiert auf den 20. Dezember und bringt vor allem die Sorge um den Park der Duttenhofer Villa zum Ausdruck. Dort sollen, wie schon mehrfach berichtet, zwölf Parkplätze gebaut werden. Gedacht sind sie als Ausgleich für die Plätze, die wegen der neuen zentralen Bushaltestelle bei der Post wegfallen.

Der Fraktion gefällt indes nicht, dass "wieder mindestens ein Meter Grün geopfert wird in dem ohnehin schmalen Restpark". Sie weist in ihrem ersten Schreiben darauf hin, dass Villa und Park mit über 100-jährigem Baumbestand aus der Ära Max Duttenhofer ein wichtiges historisches Zeugnis der Rottweiler Stadtgeschichte sei.

In dem zweiten Antrag, vom 21. Januar, legt FFRundPRoFI nach und fordert die Weiterentwicklung des Parkierungskonzepts, "damit nicht durch die übereilte Anlage von Einzelparkplätzen das historische Stadtbild unwiderruflich zerstört wird". Der Vorwurf: Immer wieder komme es zu Detailüberlegungen, anstatt das Gesamtareal im südlichen Teil im Auge zu behalten, so Sprecherin Heide Friederichs.

Dazwischen, man erinnere sich, liegt die Demonstration von FFR für eine gefällte Platane in der Duttenhofer-Anlage vor einigen Tagen. Welch Ironie: Der Baum war von FFR 1978 als Protest gegen den Eingriff in den Park gepflanzt worden. Schon damals entzündete sich die Auseinandersetzung an geplanten Parkplätzen in der Anlage. Nun also das Déjà-vu. Der Baum, so stellt es die Stadtverwaltung dar, sei nach einem Sturm nicht mehr sicher gestanden.

Während im Süden um Bäume, Park und Parkplätze diskutiert wird, sind im Norden vollendete Tatsachen geschaffen worden. Der Parkplatz des Edekamarktes Culinara ist mit Schranken versehen und nur noch für Kunden frei. Alle anderen zahlen einen Euro pro Stunde. Wer weiterhin seinen Wagen dort tagsüber stehen lassen will, muss den Parkautomaten mit 15 Euro füttern.

Dabei empfahlen Verkehrsplaner der Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg, ebendiese Parkplätze und jene vor und im Parkhaus Stadtmitte in die Überlegungen für ein gesamtheitliches Konzept einzubinden. Laut Lothar Huber, dem Fachbereichsleiter für Bauen und Stadtentwicklung, seien dem Culinara-Betreiber die Hände gebunden. Die Edeka-Zentrale wolle ihre Plätze nicht der Stadt überlassen.

An anderer Stelle sieht es besser aus. Über den Parkplatz vor dem Parkhaus Stadtmitte, immerhin 66 Plätze, könne die Stadt bald frei verfügen. Huber spricht von einem Etappensieg. Im Frühjahr soll es soweit sein. Dann fällt die Schranke dort, und wer will, kann zu den gleichen Konditionen wie nebenan, im Nägelesgraben, sein Auto abstellen.

Für Dauerparker (Bewohner, Beschäftigte, Wochenendbesucher, Touristen) soll weiterhin im Parkhaus eine Lösung gefunden werden. Doch das Thema ist komplex, so Huber.

In der Sitzung des Verkehrsausschusses im März soll das Thema zur Sprache kommen. Auf den Tisch kommen dann auch die neuesten Zahlen des Büros Kölz, die ähnlich ausfallen wie vor eineinhalb Jahren.

Ein Gesamtkonzept fürs Parken und Verkehr ist allerdings nicht in Aussicht.

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Armin Schulz

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