Rottweil Im Winter bis zu minus 50 Grad oder kälter
Schwarzwälder-Bote, 03.05.2012 19:00 UhrVon Jessica Schilli u Die Schülerin Jessica Schill befasst sich in Erdkunde mit dem Thema "Leben in extremen Räumen", und da möchte sie etwas über die Arktis erzählen. Wieso sollte man die Inuit, das sind die Menschen der Arktis, nicht Eskimos nennen?, fragt sie. "Eskimo" bedeutet Rohfleischfresser, weil sie viel Fleisch roh essen. Den Begriff Eskimo finden sie beleidigend, und somit wollen sie, dass man sie in der Einzahl Inuk und in der Mehrzahl Inuit nennt.
Die Arktis liegt im nördlichen Polarkreis, daher beim Nordpol. Sie umfasst Teile von Russland, Alaska (USA), Kanada, Grönland, Lappland, Schweden, Finnland und Spitzbergen (Norwegen) und bedeckt große Teile des Nordpolarmeeres mit einer dicken Eisschicht. Der Unterschied zwischen der Arktis und Antarktis ist: Die Arktis besteht fast nur aus Wasser und hat wenig Festland, dagegen hat die Antarktis mehr Festland. Bei häufigen Stürmen wird das Meereseis zu Packeis zusammen geschoben. Die Wassertiefe der Arktis beträgt zwischen 2000 und 4000 Meter.
Die Arktis ist doppelt so groß wie Europa. Im Winter kann es bis zu minus 50 Grad oder noch kälter werden. Im Sommer kann es aber auch mal dazu kommen, dass es zwischen plus 10 und 20 Grad gibt. In der Arktis gibt es noch etwas Besonderes, und zwar Polartag und Polarnacht. Das ist so: Dort gibt es jeweils sechs Monate Tag, das heißt, die Sonne geht sechs Monate nicht unter. Doch bei der Polarnacht ist es genau umgekehrt: Die Sonne geht sechs Monate nicht auf. Trotz allem gibt es dort auch Jahreszeiten.
Es gibt auch verschiedene Tiere wie zum Beispiel Papageitaucher, Trottellumme, Eisbär, Polarfuchs, Wale, Schnee- Eule, Polarfuchs, Polarhase, Moschusochse, Küstenschwalbe, Krabbentaucher und dann noch die Sattelrobbe.
Die Menschen, die in dieser Gegend leben, haben sich angepasst. Sie tragen dort warme Kleidung, meist aus Fell. Sie wohnen in Häusern, früher lebten sie in Iglus oder Zelten. Die Iglus werden heute nur noch auf der Jagd genutzt, oder, wenn kein anderes Baumaterial vorhanden ist. Doch viele leben in Holzhütte. Menschen, die näher an der Hudson-Bay-Küste leben, wohnen meist in Steinhäusern. Die Zelte, Iglus und Steinhäuser haben meist einen langen Gang, damit die Wärme nicht so schnell entweichen kann. Die Zelte wurden aus Walknochen gebaut und mit Robben- oder Walhaut bespannt. Früher brauchte man das Feuer nicht nur, um sich warm zuhalten, sondern auch um Trinkwasser zu gewinnen, denn dazu mussten sie Eis schmelzen.
Heutzutage sind sie dort aber schon moderner, vielleicht nicht ganz so modern wie hier, aber sie passen sich immer mehr uns an. Früher wurde mit Kajaks oder Schlittenhunden gejagt, auch mit der Harpune. Sie war das Hauptjagdwerkzeug, mit dem Walrosse und Robben erlegt wurden. Die Jäger konnte sie beim Ausruhen auf dem Packeis gut fangen, aber sie mit dem Hundeschlitten quer über das Packeis zu verfolgen, war schwierig und gefährlich. Genauso war die Jagd nach Walen mit den Kajaks sehr gefährlich.
Heute bewegen sich die Inuit mit Quads, Schneemobilen und Motorbooten fort. Es gibt auch Schulen und Kindergärten in fast jedem Ort, doch die High-Schools nur in größeren Orten und die Universitäten nur im Süden. Früher haben die kleinen Kinder von den Eltern gelernt: Die Jungs haben den Vätern geholfen und gelernt, wie man jagt, und die Mädchen mussten ihren Mütter bei der Hausarbeit helfen. Heute gehen alle zur Schule.
Mann und Frau gehen arbeiten, um Geld zu verdienen, denn von der Jagd alleine kann man nicht leben. Man geht nur noch im Notfall jagen. Doch was essen sie dann? Sie essen genauso wie wir Supermarktkost und, falls keine Schiffe ihnen diese Kost bringen können, jagen sie. Man lebt dort häufig sehr weit voneinander entfernt und kann sich oft nur durch eine Hubschrauberflug sehen oder treffen. u Die Autorin ist eine Schülerin der Klasse 8b der GWRS Sulz-Empfingen




