Rottweil Ein "Dreier" in Seedorf wäre Gold wert

Schwarzwälder-Bote, 12.04.2012 16:00 Uhr

Von Frank Schäfer Nach dem absoluten Spitzenspiel in der vergangenen Woche rückt der Abstiegskampf am Sonntag in den Fokus und dabei ganz speziell das Duell zwischen Seedorf und Rötenberg. FSV Schwenningen – FC Epfendorf (3:3/Ergebnis Hinspiel). Der FCE stellte sich im Hinspiel als harte Nuss heraus für ersatzgeschwächte Schwenninger. Zunächst gingen die Epfendorfer, danach zwei Mal die FSV in Führung. Am Ende einer mit harten Bandagen geführten Partie stand ein 3:3-Unentschieden zweier moralstarker Teams auf der Abrechnung. 2012 traten die Mooskicker bislang mit Licht (2:0 in Villingendorf), zu Hause aber auch mit ungewohnt viel Schatten (1:2/Wurmlingen, 0:1/Seedorf) zu Tage. Mit den Entscheidungen hat die Bucher-Elf – sie liegt mit jeweils zwölf Zählern fernab von Gut und Böse – nichts mehr zu tun. Nur zu gerne würden die Neckartäler dies auch von sich behaupten können. Das Team von Uli Fischer distanziert sich allerdings aktuell nur mit sechs Zählern vom Relegationsrang. Zuletzt fiel mit Jens Gehring, Daniel und Thomas Fiedler, sowie Daniel Kovacevic, bei dem sich der Verdacht eines Rippenbruchs bewahrheitete, die komplette Kreativabteilung aus. SV Seitingen-Oberflacht – SpVgg Trossingen (1:1). Die SpVgg Trossingen sammelte in diesem Jahr bislang die meisten Zähler. Dadurch gelang es den Remiskönigen der Vorrunde, ihre magere Bilanz auszugleichen (7-7-7). Nach drei Siegen in Folge reist die Elf mit breiter Brust nach Seitingen. SpVgg-Coach Patzak: "Ich bin überzeugt, dass wir da was mitnehmen." SV Villingendorf – SV Gosheim (1:1).Der SV Villingendorf fuhr am Gründonnerstag in Rötenberg einen glanzlosen 1:0-Arbeitssieg ein, verkürzte sein Defizit zum Relegationsrang dadurch auf vier Zähler. Die Gosheimer demgegenüber unterlagen ihren Gegnern (Bochingen, Seitingen) mit demselben Resultat denkbar knapp, standen zwar defensiv relativ stabil, offenbarten aber auch deutliche Mängel in Sachen offensiver Durchschlagskraft. Im ohnehin stark geschröpften SVG-Kader fehlt der junge Sebastian Nann aufgrund einer Rotsperre. SV Seedorf – SV Rötenberg(1:2). Der SV Seedorf überholte die Rötenberger am Samstag durch einen 1:0-Auswärtserfolg, geht nunmehr mit zwei Zählern Vorsprung ins direkte Duell. Skepsis herrscht im SVR-Lager in Bezug auf aktuell vergleichsweise schlechte Resultate. "Nach vier Niederlagen in Folge sollte eine fünfte tunlichst vermieden werden", formuliert Harry Bernhardt das Minimalziel sinngemäß. Der Trainer begründet seine Erwartungen an eine Begegnung auf Augenhöhe mit einer notwendigen Effizienzsteigerung: "Unsere Leistungen waren teils besser als es die Ergebnisse aussagen. Wir müssen die Chancen besser verwerten, auswärts mutiger, engagierter auftreten." Tatsächlich entführte der SVR bei elf Gastspielen bislang nur sieben Zähler, fing sich dabei bedenkliche 50 Gegentore ein. Gerade deshalb besteht für den Coach eine weitere Prämisse darin, "SVS-Torjäger Marco Tümpel in Ketten zu legen". Für den Abstiegsfight steht der wieder genesene Stefan Heizmann bereit, Daniel Blocher (Leiste) fällt aus. Der torgefährliche Mittelfeldakteur, der beim 2:1-Erfolg im Hinspiel das entscheidende Tor beisteuerte, soll, laut Bernhardt, im Kollektiv ersetzt werden. VfL Mühlheim – FV Rottweil II (6:2). Mit der 0:4-Schlappe in Schramberg musste der VfL Mühlheim auch seine letzten Titelhoffnungen begraben. Nun gilt es, das Augenmerk auf die Verteidigung des Relegationsrangs zu richten. Der Rottweiler "Zweiten" gelang nach einer vierfachen Niederlagenserie ein eminent wichtiger 3:1-Befreiungsschlag in Epfendorf. Die Verwertung seiner Matchbälle zum endgültigen Klassenerhalt wird der FVR voraussichtlich auf die Wochen nach Mühlheim vertagen müssen (Gegner: Herrenzimmern, Wurmlingen). SV Herrenzimmern – SpVgg Schramberg (0:7). In Herrenzimmern treffen Schlusslicht und Spitzenreiter aufeinander – krassere Gegensätze innerhalb einer Liga gibt es selten. Nach der 0:7-Deklassierung im Hinspiel lautet die Devise des SVH eindeutig auf Schadensbegrenzung. Rekordtorjäger Christian Braun traf damals im Übrigen vier Mal. Fazit: Für die SpVgg Schramberg höchstwahrscheinlich ein weiterer Schritt in Richtung Landesliga, den Herrenzimmernern droht der Gang in die Kreisliga A. SV Wurmlingen – SC Tuttlingen (1:4). Die Tuttlinger entführten in der Fremde bislang nur zwei Mal die volle Punktzahl, sollten sich mit ihren Qualitäten am Sonntag aber sowohl über die Auswärtsblockade als auch über die eigenen Derbygesetze hinwegsetzen können. Für die Wurmlinger würde die Luft im Abstiegskampf durch eine weitere Niederlage noch dünner. SpVgg Bochingen – SV Waldmössingen (0:2). Beide Parteien kamen formverbessert aus der Winterpause und erspielten sich seitdem eine Bilanz von jeweils drei Siegen, einem Remis sowie einer Niederlage. Die SpVgg gewann an offensiver Durchschlagskraft und Cleverness, sorgt durch eine verbesserte Ballbehauptung defensiv für zusätzliche Entlastung. Eine eher unwesentliche Umverteilung in der Trefferquote (8:6/zum Vergleich: im Sommer gab es gegen dieselben Gegner noch 7:9 Tore) brachte eine enorme Steigerung des Punktkontingents von vier auf zehn mit sich. Auch Waldmössingens Trainer Bantle drehte während der Vorbereitung zu Teil zwei an den richtigen Stellschrauben, gewann durch defensive Stabilität zusätzlich an Effektivität. Während der SVW in der Vorrunde mit Harakiri-Fußball von insgesamt 14:15-Toren (sieben Punkte) aufwartete, gestaltete man dieselben Partien 2012 mit einem Verhältnis von 6:3 bislang getreu dem Motto "weniger Spektakel, mehr Punkte".

 
 
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