Von Frank Schäfer

An der Spitze der Bezirksliga Schwarzwald zeichnet sich nach Ablauf der Vorrunde ein so nicht ganz zu erwartender Dreikampf ab. In den Abstiegskampf sind mehr als die Hälfte der Teams involviert, sechs müssen sich bezüglich des Klassenerhalts ernsthaft Sorgen machen.

Der SV Villingendorf verbrachte 14 Spieltage als Spitzenreiter, avancierte zum Herbstmeister und stellt mit nur zwölf Gegentoren das Ligabollwerk. Weil das Leistungsvermögen des dünn besetzten Kaders zuletzt etwas verschliss, sich dadurch mehrere Punktverluste einschlichen, wurde der SVV am letzten Spieltag noch abgefangen von Tuttlingern, die mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt an der Tabellenspitze überwintern.

Verdient hat sich der SCT die Tabellenführung durch das mit Abstand effizienteste Offensivspiel, das auch beim Spitzenspiel in Villingendorf den Unterschied machte. Der SC Tuttlingen bescherte mit einem 7:0-Triumph über die FSV Schwenningen den bislang höchsten Auswärtssieg, sorgte mit einem 1:3 in Irslingen allerdings auch für eine große Blamage.

Eine anfängliche Villingendorfer Serie von sieben Siegen und einem Torverhältnis von 22:1 endete beim SV Seitingen-Oberflacht, der damit eigens eine Folge von sechs Partien mit einer weißen Weste von hervorragenden 25:0-Treffern einleitete.

Die Jäger-Elf machte ihrem Namen einmal mehr alle Ehren, beeindruckte in den Duellen mit dem Spitzenduo durch insgesamt vier Zähler und etablierte sich auf Rang drei als ernstzunehmender Verfolger, der es wie kein Zweiter versteht, aus einer kompakten Defensive heraus zu kontern. Vergleichbar fällt das Gosheimer Zeugnis aus. Die Elf von Markus Federle bugsierte sich mit einer sechsfachen Siegesserie aus dem Tabellenkeller und stieg bis auf Rang vier, markierte beim 7:0 gegen den SV Irslingen zudem den höchsten Heimsieg.

Der BSV Schwenningen dagegen verabschiedete sich mit nur zwei Zählern aus den letzten vier Partien wohl aus dem Titelrennen und darf sich nur noch theoretische Chancen auf die Relegation ausrechnen. Beinahe alle Ligakontrahenten sahen den Landesligaabsteiger im Vorfeld der Saison als Mitfavoriten auf den Titel. Auch wenn Vereinsführung und Trainer Djordje Vasic davon nichts wissen wollten, zufrieden können sie mit einer Ausbeute von nur sechs Siegen aus 15 Spielen bei Weitem nicht sein.

Eine wahre Achterbahnfahrt erlebte der SV Waldmössingen, der mit einer 2:3-Niederlage in Gosheim am letzten Spieltag gar den Sprung auf Rang vier verpasste. SVW-Coach Matthias Bantle ist nicht unzufrieden: "Wir haben noch rechtzeitig in die Spur gefunden. Ein Kompliment an die Mannschaft, die aus dem Loch heraus gekommen ist", so Bantle, dessen Elf zuletzt vor allem mit einem 3:1-Heimerfolg gegen den SV Villingendorf aufhorchen ließ.

Dem SV Seedorf fehlte anfangs noch etwas die Konstanz. "Die Mannschaft hat aus vielen Spielen gelernt, sich so allmählich gefunden. Unterm Strich bin ich mit der Vorrunde zufrieden", so Spielertrainer Gerd Schneider, der in Sachen Lernprozess anhand neuerlicher Punktlandungen in Seitingen-Oberflacht sowie im Spiel gegen den SV Spaichingen weitere Fortschritte sieht. In der Vorrunde war der SVS in denselben Duellen noch leer ausgegangen. Im Vergleich zur Vorsaison steigerte der SVS sein Punktekontingent zudem von 14 auf 21.

(fs). Auf den zweistelligen Tabellenrängen der Bezirksliga befinden sich Teams, die sich während der Winterpause ernsthaft mit dem Thema "Klassenerhalt" auseinandersetzen sollten. Die Aufsteiger aus Hardt und Irslingen führen das eng gestrickte Sechserfeld an, das den Kampf gegen die Relegation sowie die beiden direkten Abstiegsplätze unter sich ausmachen dürfte.

Der FCH startete als Tabellenführer in die Saison, wurde mit stark zunehmender Anzahl an Gegentoren allerdings bis auf Rang zehn durchgereicht. SV Irslingen dagegen setzte zu einem eindrucksvollen Schlussspurt an, holte in den letzten vier Spielen sieben Punkte und verließ dadurch die Abstiegsplätze – der Nachweis einer Früchte tragenden Trainingsarbeit.

Der letzte Saisonsieg der SpVgg Bochingen datiert von September. Somit befand sich die Elf von Holger Banholzer nach einem gelungenen Start zuletzt im freien Fall. Der Spielertrainer muss nun an mehreren Baustellen tätig werden. Kopfzerbrechen bereiten vor allem das Defensivverhalten und die Auswärtsschwäche. In beinahe der Hälfte der absolvierten Partien reichten zwei Treffer nicht zum Sieg. Mit dem 9:3-Heimsieg gegen die FSV Schwenningen geht das torreichste und wohl kurioseste Resultat auf das SpVgg-Konto.

Mit dem FV 08 Rottweil II, FC Epfendorf und der FSV Schwenningen bekleiden die drei Teams mit der schwächsten Torausbeute das Tabellenende. Das Hauptproblem der Rottweiler ist, dass sich im Kader bislang kein Torjäger finden ließ.

Der FC Epfendorf dagegen verfügt mit Daniel Kovacevic über einen "Knipser", alleine fehlte es letztlich an der Vorarbeit. Die fehlende Abstimmung im Offensivspiel und mangelndes Zulegen in späteren Phasen des Spiels resultierten aus einem begrenzten Trainingsbetrieb, der aus einer Reihe von Verletzungen und vieler Studenten herrührt. Nun soll Neu-Trainer Peter Leopold den strauchelnden Fußballclub wieder auf die Beine zu bringen. Seit dem achten Spieltag hält die FSV Schwenningen die "Rote Laterne" in Händen.

Das Problem des oftmals optisch überlegen Teams bestand nicht nur in der Ladehemmung im Angriff, sondern auch auf der Torhüterposition, die gleich zwei Mal von einem Feldspieler besetzt werden musste. "Das war eine katastrophale Serie", resümiert Özgür Solmaz, der nach drei Siegen aus den letzten fünf Spielen zuversichtlich bleibt. "Es war psychologisch sehr wertvoll, dass wir noch den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze geschafft haben", so der FSV-Spielertrainer.