Rottweil Die Stadt trauert um einen Menschen voller Tatendrang

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Michael Hezel ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Archiv-Foto: SPD Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Armin Schulz

Rottweil. Der Himmel ist in ein sattes Blau getaucht, die Sonne scheint. Das Wetter ist wie gemacht für einen Flug des Hobbypiloten Michael Hezel. Es ist Dienstag, es ist sein letzter. Michael Hezel wird über Mailand nach Stuttgart geflogen und weiter nach Rottweil transportiert.

Gestern Morgen verstarb der beliebte Fahrlehrer und SPD-Stadtrat nach kurzer, schwerer Krankheit im Beisein der Familie. Er wurde gerade einmal 57 Jahre alt.

Mitten aus dem Leben gerissen zu werden: Wenn diese Redewendung zutrifft, dann auf Michael Hezel. Er war voller Energie, voller Lebensfreude, voller Tatendrang. So beschreibt ihn seine Frau Gudrun, so kannten ihn seine Freunde, so agierte er auch auf kommunalpolitischer Ebene. Beispielsweise als es darum ging, zu belegen, dass der Friedrichsplatz von den wartenden Stadtbussen regelrecht belagert werde: Die "rote Wand" wurde zum geflügelten Wort. Durch eine Langzeitüberwachung konnte er das nachweisen und damit unterstreichen, dass eine Verlagerung des zentralen Busumsteigeplatzes in die Königstraße unnötig ist. Die Stadt hat dadurch viel Geld gespart.

Er war ein Hansdampf in allen Gassen. Seine Frau berichtet im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, immer mal wieder hätten sich Bekannte und Freunde besorgt über Michaels Arbeitseifer geäußert. Doch für ihren Mann sei das kein Stress gewesen, betont sie. Er habe darauf lediglich entgegnet, er lebe eben ein bisschen schneller als andere. Ihr Mann sei ein gesunder Mensch gewesen, topfit, voller Ideen. Einer, der mitten im Leben stand. Der sein Leben leben konnte und noch so viel geplant hatte. Das Schicksal hatte etwas anderes mit ihm vor.

Ende September brach Michael Hezel zu einem Urlaub mit Familie und Freunden an den Lago Maggiore auf. Nach einem Abendessen klagte er über heftige Kopfschmerzen. Für seine Frau ein Alarmsignal. Sie dachte gleich, dass da etwas nicht stimmen könne. "Michael hatte sonst nie Kopfschmerzen." Sie sollte leider Recht behalten: Im Kopf war ein Blutgefäß an einer besonders heiklen Stelle geplatzt. Michael Hezel wurde in der Klinik in Varese operiert und in ein künstliches Koma gelegt. "Er sah gesund aus, wie ein Baum", erinnert sich seine Frau. Sie haben gehofft. Einige Tage. Doch diese Hoffnung wurde durch eine neuerliche Untersuchung zerstört. Seitdem gab es keine Aussicht auf Rettung.

Michael Hezel, der im Juli 2013 für Winfried Wössner in den Stadtrat nachrückte, der eine eigene Fahrschule betrieb, die nun der ältere der beiden Söhne weiterführt, hatte eigentlich keine Chance.

In der gestrigen Ausschusssitzung würdigte Oberbürgermeister Ralf Broß das Wirken des SPD-Stadtrats. An seinem Platz waren Blumen niedergelegt, es gab eine Gedenkminute. Der Zuspruch von Freunden und Bekannten ist sehr hoch. In den sozialen Netzwerken erinnern viele Menschen an einen liebenswürdigen und lebensfrohen Menschen. Das zeigt, wie beliebt er in seiner Geburts- und Heimatstadt Rottweil war. Man wird ihn vermissen, sehr sogar. Die Familie erfuhr in den vergangenen Wochen viel Zuspruch. Für seine Frau ist das ein Trost. Sie weiß auch: "Michael hat alles richtig gemacht in seinem Leben."

 
 
 

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