Rottweil - Oh Tannenbaum: Überall in der Stadt finden Christbaumverkäufe statt – und zwar auch noch kurz vor knapp. Wer also heute noch keinen Baum zu Hause hat, muss nicht verzweifeln. Die Favoriten in diesem Jahr: Nordmanntannen. Wer kennt das nicht: Kurz vor Weihnachten setzt der Stress ein, man muss Geschenke besorgen, Lebensmittel für das Festessen einkaufen und dann war doch da noch etwas? Genau, der Christbaum. Wer sich jetzt gerade an den Kopf fasst, sei an dieser Stelle beruhigt: Es werden durchaus auch heute und morgen noch Christbäume verkauft.

So zum Beispiel vor dem Culinara in Rottweil. Josef Schweiger steht hier schon seit Mitte Dezember und verkauft seine Tannen, die auf dem Rotenbachhof in Oppenau, im nördlichen Schwarzwald, selber gepflanzt, gepflegt und gefällt werden. "Ich stehe jetzt schon seit zwölf Jahren immer vor Weihnachten hier und habe inzwischen eine gute Stammkundschaft", erzählt Schweiger.

Der Favorit sei die Nordmanntanne, das wisse er, und deshalb verkaufe er auch überwiegend diese. "Ein Meter kostet dieses Jahr bei mir 18 Euro, aber man muss auch immer auf die Schönheit der Tanne schauen. Bei besonders dichten und großen Tannen verlange ich ab und zu ein bisschen mehr", verrät er. Aber das sei für seine Kunden völlig in Ordnung. "Sie wissen die Qualität zu schätzen und wollen natürlich einen schönen Christbaum zuhause haben. Und den bekommen sie bei mir auch". Bis morgen Nachmittag kann man übrigens bei ihm noch Tannen kaufen.

"Täglich verkaufen wir um die 50 Blaufichten"

Auch das Hofgut Ramstein bei Epfendorf verkauft schon seit über 20 Jahren jährlich Christbäume aus der eigenen Kultur in Rottweil bei der Spedition Hugger. "Täglich verkaufen wir um die 50 Blaufichten", berichtet Knut Schütze, der jedes Jahr vor Weihnachten dem Hofgut Ramstein beim Verkauf hilft. Für einen Meterpreis von 15 Euro kann man auch hier noch bis morgen einen Baum erwerben.

Auch bei der Privatfirma Josef Müller in Schenkenzell, die vor über zehn Jahren von der Stadt Rottweil mit dem Verkauf beauftragt worden ist, kann man seinen Christbaum kaufen. Ungefähr zwischen 20 und 45 Euro liege der Preis für eine Nordmanntanne, die je nach Schönheit teurer oder etwas günstiger ist. "Die Nordmanntannen sind auf jeden Fall der Renner", weiß Josef Müller. "Andere Tannen und Fichten machen nicht einmal mehr zehn Prozent der verkauften Weihnachtsbäume aus." Die auf seiner eigenen Plantage angebauten Bäume seien schon Anfang Dezember in Neufra, Hausen, Göllsdorf und Rottweil-Altstadt verkauft worden. "Leider wird der Verkauf in unserem Fall aber rückläufig. Es verkaufen immer mehr private Händler Christbäume, deswegen wird es für jeden Einzelnen schwerer", so Müller. Vielleicht sei aber auch der von der Stadt festgelegte Termin zu früh. "Anfang Dezember denkt doch noch niemand an einen Christbaum", ist er sich sicher.

Doch nicht nur für die Stadt fällt er seine Bäume. Letztes und dieses Jahr spendete er auch einige dem Markthallenbesitzer Jens von Stamm. "Der besondere Christbaumverkauf", den dieser aufgezogen hat, ist für einen guten Zweck. "Von jedem verkauften Baum gehen vier Euro an die Förderkindergärten "Schmetterling" in Rottweil, Oberndorf und Schramberg, die sich um behinderte und schwer erziehbare Kinder kümmern", erklärt der Besitzer der Markthalle. Außerdem bekomme man bei ihm bei jedem Baumkauf einen Punsch und einen Christstollen dazu. Auch hier kann man bis heute Abend noch einen Baum kaufen und die Spendenaktion unterstützen. Und dann kann Weihnachten kommen.