Rottweil Brachialer Rückschnitt scheint fragwürdig

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Solch radikale Heckenbeschnitte wie hier am Zimmerner Weg sind ökologisch umstritten. FFR fordert sanftere Eingriffe in die Brut- und Nistplatzgelegenheiten für Vögel und Kleingetier. Foto: FFR

Rottweil - Jedes Frühjahr von neuem werden an Weg- und Straßenrändern Büsche auf einer Länge von bis zu hundert Metern fast komplett abgeholzt. Die kommunalpolitische Gruppierung FFR fordert, vor allem im innerstädtischen Bereich, schonender in das Buschwerk einzugreifen.

Nackt liegt er da, der Zaun am Zimmerner Weg, der Kleingartenanlage und Spielbereich vom Grünstreifen trennt. Vor wenigen Tagen haben dort Mitarbeiter des städtischen Bauhofs auf Anweisung von Stadtgärtner Kurt Faupel gründlich Büsche und junge Bäume in dem Heckenbereich abgeholzt.

Schön ist das nicht, da Nistplätze für Vögel zerstört werden. Das Auslichten von Hecken ist durchaus notwendig, um den Hecken Struktur und einen volles Wachstum zu verleihen, da sind sich die Mitglieder von FFR einig.

Doch die häufig brachialen Lösungen des Bauhofs auf langer Strecke scheinen ihnen fragwürdig. Im städtischen Bereich spielten nicht nur Überlegungen zur Entwicklung der Hecke eine Rolle, erklärt FFR-Mitglied Reiner Hils. Es gehe in öffentlichen Grünbereichen auch um ästhetische Gesichtspunkte, sagt der Gärtner. Niemand könne schließlich behaupten, eine einheitlich abgeholzte Hecke sei noch schön.

Darüber hinaus seien die Büsche dann in langen Abschnitten gleich alt, das sei ökologisch nicht wünschenswert. Fragwürdig sei zudem, ob es sinnvoll sei, den Vögeln ihre Nist- und Brutplätze in größerem Maße zu nehmen – auch wenn diese nach zwei Jahren wieder nachwüchsen.

FFR fordert deshalb, die Abholzungen öffentlicher Hecken in einer ökologisch und ästhetisch ansprechenden Weise vorzunehmen und regelrechten Kahlschlag zu vermeiden. Darüber hinaus wünscht sich FFR eine frühzeitige Veröffentlichung geplanter Beschnitte von Hecken und Baumeinschlag auf städtischem Gebiet bereits im Herbst.

Das gebe der Bevölkerung die Möglichkeit, sich damit auseinander zu setzen und vermeide unnötigen Ärger, wie etwa in Vaihingerhof. Dort hatte die Stadt Mitte Februar sechs rund 30 Jahre alte Linden und Eichen beim AWO-Parkplatz fällen lassen und damit die Anwohner nachhaltig verärgert (wir berichteten).

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Armin Schulz

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